Heidfeld

Tankverbot könnte mir entgegenkommen

Die größte Regeländerung für die Saison 2010 ist das Verbot des Nachtankens. In der neuen Saison müssen die Fahrer mit ihrem Sprit vom Start bis ins Ziel kommen – bei den Boxenstopps werden nur noch die Reifen gewechselt. “Theoretisch sollte mir das entgegenkommen”, glaubt Nick Heidfeld, der allgemein als ein Fahrer gilt, der sehr schonend mit den Reifen umgeht, was bei einem höheren Gewicht durch die größere Spritladung durchaus von Vorteil sein könnte.

“Wenn wir mit schweren Autos losfahren, kann es entscheidend sein, wie wir mit den Reifen umgehen”, sagt Heidfeld. “Aber es ist schwierig vorherzusagen. Es ist ein komplexes Thema, das auch anders kommen kann.”

Fernando Alonso glaubt nicht, dass er seinen Fahrstil stark verändern muss, um sich an das Fahren mit viel Benzin anzupassen. “Es wird nicht entscheidend sein oder die Rennen sehr verändern”, sagte er der Marca. “Wichtig wird es sein, in den ersten 10 oder 15 Runden auf die Reifen zu achten, aber ich glaube nicht, dass sich deswegen die Fahrstile sehr verändern werden.”

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BMW mit Punkt belohnt

Nur Kubica in den Punkten

Der Europa GP begann unterschiedlich für Nick Heidfeld und Robert Kubica. Während der Deutsche einen guten Start erwischte, kam sein polnischer Teamkollege nicht nach vorne. “Angesichts des üblichen Gedränges in den ersten Kurven war mein Startplatz mitten im Feld sehr ungünstig. Ich konnte beim Start leider keine Position gutmachen, sondern habe sogar einen Platz an Nick verloren”, berichtete der Pole.

Heidfeld konnte das jedoch nicht nutzen. “Nach einem guten Start konnte ich das Tempo der Autos vor mir mitgehen, habe aber Robert vorbeigelassen, weil er mit weniger Sprit unterwegs war.” Dadurch geriet er jedoch unter Beschuss von Adrian Sutil. “Ich musste meine Position gegen ihn verteidigen und habe so den Anschluss nach vorne verloren. “Das hat sich als entscheidend herausgestellt, denn so kam Heikki Kovalainen nach seinem Boxenstopp direkt vor mir auf die Strecke. Ich hing fest und konnte keinen Vorteil aus meinem in dieser Phase leichteren Auto ziehen.”

Insgesamt ist Heidfeld enttäuscht. “Ich bin nicht ganz zufrieden. Wir haben nicht das Maximum herausgeholt, was ärgerlich ist. Klar, es ist definitiv ein leichter Aufwärtstrend vorhanden, aber andererseits darf man nicht vergessen, dass vorne einige ausgefallen sind und Ferrari zumindest mit einem Auto unter Wert geschlagen wurde. Der Weg nach vorne ist hoffentlich geebnet, aber er ist noch sehr steinig.”

Das Ziel hat BMW Sauber trotzdem erreicht. “Unser Ziel war es, in Valencia mindestens einen Punkt zu holen. Das ist uns gelungen”, freute sich Willy Rampf. Statt Heidfeld war es Kubica, der als Achter ins Ziel kam. “Später im Rennen war mein Tempo dann aber gut. Obwohl ich die kürzeren Stints hatte, konnte ich Mark Webber während seines letzten Boxenstopps überholen, was sehr gut war”, sagte Kubica.

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BMW im Mittelfeld

Keine Punkte in Budapest

Die Aussichten für BMW Sauber waren schon am Samstag finster: “Mit den Startpositionen 15 und 18 geht man natürlich mit limitierten Möglichkeiten ins Rennen”, betont Technikchef Willy Rampf, der deshalb mit der Strategie spielte. “Das hat zuerst auch gut geklappt, als beide Piloten gleich am Start Positionen gutmachen konnten”, so Rampf.

Nick Heidfeld machte auf den ersten Metern einige Plätze gut, verlor diese aber im Laufe der ersten Runde wieder. “Erst bekam ich einen Schlag von hinten, und später bin ich in Kurve elf außen in den Dreck geraten”, schilderte er. “Danach hat es eine Weile gedauert, ehe ich Sébastien Buemi überholen konnte, und dann steckte ich gleich wieder im Verkehr fest.”

Das Team zog seinen Boxenstopp um mehrere Runden vor, was sich im Verkehr auszahlte. “Trotz des vergleichsweise hohen Kraftstoffgewichts war ich nicht schlecht unterwegs”, so Heidfeld. “Unterm Strich würde ich sagen, dass wir schneller geworden sind – entsprechend schade ist es, dass wir das nicht in Punkte ummünzen konnten.”

Sein Teamkollege Robert Kubica kam nach dem Start nicht so gut vorwärts. “Ich hatte einen wirklich guten Start und eine gute erste Runde”, so der Pole. “Dabei ist es mir gelungen, einige Positionen gutzumachen. Wenigstens das ist etwas Positives. Leider hatte ich massives Untersteuern, und meine Vorderreifen bauten sehr stark ab. Nach zehn Runden im jeweiligen Stint waren meine Reifen ziemlich hinüber und ich entsprechend langsam.”

Motorsportdirektor Mario Theissen trauerte einem besseren Ergebnis nach. “Nach dem verkorksten Qualifying war auf dieser Strecke nicht mehr zu machen”, wusste er. “Mit einer besseren Ausgangslage wären heute Punkte in Reichweite gewesen.”

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Kubica hofft auf seine Chance

Besser als der Kanada-Sieg

 

Damit hatte Robert Kubica vor dem Rennen nicht gerechnet: ein zweiter Platz in Fuji brachte ihn zurück ins Titelrennen. Hatte vor einigen Wochen noch kritisiert, dass er wohl der einzige bei BMW Sauber sei, der an einen Titelgewinn glaube, dürfte sich die Zahl der Gläubigen nach dem Japan GP etwas erhöht haben, obwohl Mario Theissen und Nick Heidfeld dem Polen nur Außenseiterchancen einräumen.

“Das ist viel besser als mein Sieg in Kanada”, freute sich Kubica auf seine typische, unemotionale Art und Weise. Denn diesen zweiten Platz habe er mit einem Auto erzielt, das nicht mehr so gut und konkurrenzfähig ist wie zu Saisonbeginn. “Wir haben uns in den letzten Monaten nicht so verbessert, also ist das unglaublich.” Mit diesem Schub möchte er in den ausstehenden beiden Rennen um den Titel kämpfen.

Graining und Motivationsschub

 

Das Rennen selbst begann zunächst schlecht. “Mein Start war gut, aber die Kupplung rutschte dann etwas, und deshalb konnte Jarno Trulli mich auf der Geraden überholen”, verriet der Pole. Vor der ersten Kurve entschied sich für die Innenbahn. “Ich bremste sehr spät. Zu spät – die Vorderräder haben blockiert. Aber dann sind alle in einem großen Bogen nach außen gefahren, während ich mehr oder weniger auf meiner Linie blieb.”

Nach der zweiten Kurve lag er plötzlich in Führung. “Ich habe versucht, einen Vorsprung rauszufahren, das ging aber nicht. Meine Reifen haben gekörnt, und vor allem im letzten Sektor habe ich Zeit verloren. Ich habe alles gegeben, aber nach dem Boxenstopp war Fernando Alonso vor mir, und ich konnte sein Tempo nicht mitgehen.”

Zu Beginn des letzten Stints wurde das Graining seiner Reifen immer schlimmer und Kimi Räikkönen holte massiv auf. “Wir hatten einen tollen Kampf. Einmal war er in Kurve zwei neben mir, aber ich war innen, habe nicht nachgegeben und konnte ihn hinter mir halten.” Nach ein paar Runden erholten sich seine Reifen etwas und er konnte Räikkönen sowie Nelson Piquet hinter sich halten. “Es ist ein großartiges Ergebnis für das Team in einer nicht ganz einfachen Zeit. Wir haben uns zuletzt schwer getan und sind unter Druck von einigen Teams geraten. Dieser zweite Platz ist super für die Moral. Wir haben jetzt nichts mehr zu verlieren, aber es ist noch alles möglich.”

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Honda gegen Heidfeld

Feuriges Hindernis

Mit großen Hoffnungen war man bei Honda ins ungarische Budapest gereist – und zeigte sich durchaus angetan von den Ergebnissen einer neuen Radaufhängung und verbesserter Aero-Teile. Zufrieden war man auch mit Jenson Buttons zwölftem Startplatz am Samstag – um am Sonntag Stagnation zu erleben. Nach dem ersten Sieg der Japaner in Ungarn 2006 musste sich Button mit Rang zwölf auch im Rennen begnügen, während sich Rubens Barrichello um eine Position auf Rang 16 verbesserte…

“Ich hatte einen schlechten Start, der mich auf Platz 14 zurückgeworfen hat. Nach Kurve eins war Heidfeld innen von mir. Ich wusste, dass er sich verbremsen wird, und so geschah es auch. Ich musste selbst meine Linie ändern. Dadurch kam Rubens an mir vorbei, den ich aber nachher wieder überholen konnte”, berichtete Jenson Button von einer turbulenten Startphase, auf die dann aber Langeweile folgte. So gab es eine zweite Begegnung mit dem BMW-Piloten.

“Zwischenzeitlich lief ich wieder auf Heidfeld auf. Er war in den letzten beiden Kurven immer sehr stark – ich hatte keine Chance zu überholen. Das Problem war, dass er eine Ein-Stopp-Strategie hatte und somit nicht in die Box fuhr”, sagte der Ungarn-Sieger von 2006, der somit einen ähnlichen Rennverlauf erlebte wie Teamkollege Rubens Barrichello. Auch der Brasilianer lief auf Heidfeld auf: “Nach einem guten Start mit vier gewonnenen Position war es kein sonderlich aufregendes Rennen für mich. Wir entschieden uns, mit gebrauchten Vorderreifen zu starten. Das war ein Fehler, denn das Auto hatte auf dem ersten Stint keine gute Balance.”

Für unfreiwillige Action sorgte bei dem zweifachen Vize-Champion nur ein heißer erster Boxenstopp – wie ihn allerdings auch andere Kollegen erlebten. “Dann hat die Tankanlage beim ersten Stopp ein kleines Feuer verursacht – und es dauerte lange, bis die zweite Tankanlage bereit war. Danach war mein Rennen im Grunde schon vorbei”, resümierte der Routinier enttäuscht. “Die zahlreichen blauen Flaggen, die mir gezeigt wurden, haben es unmöglich gemacht, noch Boden gutzumachen. Ein Rennen zum Vergessen.”

Auch Jenson Button musste auf die unbelohnten Verbesserungen an seinem Dienstwagen verweisen. “Es war ein positives Wochenende, aber das Rennen selbst war frustrierend. Wenn es vor uns keine Luftverwirbelungen gab, hatten wir eine sehr gute Performance. Es war definitiv ein Schritt nach vorn”, bilanziert der 28-Jährige. Ein Fazit, dem Ross Brawn zustimmt: “Es war mit unseren Startpositionen nicht einfach. Die neuen Teile, die wir in Ungarn eingesetzt haben, haben die Performance definitiv verbessert. Aber auch der Rest des Feldes schläft nicht…”

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