30. Aug, 2010
Hart, aber fair
Spa zaubert immer ein Lächeln auf Michael Schumachers Gesicht. Als er am Donnerstag das erste Mal das Fahrerlager betrat, regnete es. Ihm gefiel das. Denn angesichts des Performancerückstands seines Autos und der Strafversetzung nach dem Qualifying konnte er jede Menge Chaos gebrauchen. “Ich kann heute mit einem lachenden Auge nach Hause gehen”, sagt Schumacher, der von Platz 21 auf 7 nach vorne fuhr. “Da muss man nicht unzufrieden sein.”
Auf dem Weg nach vorne begegnete ihm gleich zwei Mal sein Teamkollege Nico Rosberg. “Nico war von Petrov etwas aus der Bahn geworfen und das habe ich genutzt”, beschreibt Schumacher sein Überholmanöver gegen Rosberg, bei dem ein Teil von Rosbergs Frontflügel kaputt ging. “Ich fühlte mich im Auto nicht wohl, auch wegen meines Regensetups”, erklärte Rosberg. “Ich war gleich schnell wie Michael, hätte aber nicht schneller fahren können.”
Rad an Rad
So hoffte Rosberg immer auf Regen, der erst 10 Runden vor Schluss kam. Dann schaffte er es, nach dem Re-Start wieder an Schumacher vorbeizugehen. “Ich musste wegen Yamamoto mitten in der Eau Rouge vom Gas und Nico flog mit Überschuss auf der Geraden an mir vorbei”, so Schumacher. “Meine Reifen warfen Blasen und ich konnte keine Gegenwehr mehr leisten.”
Die Duelle an sich beurteilten beide Fahrer als fair. “Es war ein Rad-an-Rad-Duell unter Teamkollegen, es war hart, aber fair”, sagte Schumacher. “Wir lassen uns genug Platz. Das gehört zum Racing dazu.” Auch Norbert Haug blieb beim Anblick des Duells locker. “Sie besorgen es sich ordentlich, das ist Sport und das kommt gut rüber”, freute er sich. “Nico hat in diesem Moment Profit aus seinem Regensetup geschlagen. Michael musste viel Kritik einstecken, jetzt hat er gezeigt, dass er es noch kann.”
An einem Podestplatz dachte Schumacher allerdings nicht. “Wir können nicht meckern, aber für ein Podium hätte mehr passieren müssen”, so Schumacher. “Das war nicht der Fall. An weiter vorne war nicht zu denken.”
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25. Aug, 2010
Schumacher kommt zur Lieblingsstrecke
Wie ein Großteil der F1-Welt hat Nico Rosberg die Auszeit in den vergangenen Wochen genossen, genauso froh ist er aber darüber, dass es nun wieder weitergeht. Spa, wo es in einer Woche mit der Saison weitergeht, gehört zu den Lieblingsstrecken des Mercedes-Piloten, auch weil sie eine der größten Herausforderungen für die Fahrer ist. “Die Durchschnitts-Geschwindigkeit ist sehr hoch und dazu gibt es hier ein paar tolle Kurven, zu denen natürlich Eau Rouge gehört. Hier mit einem Formel 1-Auto zu fahren, ist einfach super”, meint er.
Der Ungarn Grand Prix vor der Sommerpause war für Mercedes GP allerdings nicht ganz einfach, doch Rosberg ist überzeugt, dass in der Fabrik hart gearbeitet wird, um wieder nach vorne zu kommen. “Ich hoffe, wir werden in Spa wieder besser aussehen.”
Schumacher mit Handicap durch Strafe
Darauf baut auch Michael Schumacher, für den Spa immer schon eine der Lieblingsstrecken war. Schon deswegen kommt er gerne wieder dorthin. “Ich war schon sehr lange nicht mehr dort. Was das Rennwochenende selbst anbetrifft, ist es natürlich durch meine Rückversetzung gehandicapt”, erklärt der Rekordweltmeister. Er war nach dem Rennen in Ungarn mit einer Rückversetzung von zehn Startplätzen in Belgien belegt worden, weil er Rubens Barrichello bei einem Überholmanöver zu dicht an die Boxenmauer gedrängt hatte.
Daher erwartet Schumacher ein schwieriges Rennen und keine besonderen Highlights seinerseits. “Auf der anderen Seite ist jeder Rennkilometer wichtig und willkommen, um weitere Erfahrungen bezüglich unseres Autos zu machen. Ich werde auf jeden Fall versuchen, das Beste daraus zu machen”, sagt er.
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25. Aug, 2010
Kein Titel für Schumacher
Die schwache Konkurrenzfähigkeit des Mercedes, die Niederlagen gegen Teamkollege Nico Rosberg und das Manöver gegen Rubens Barrichello in Ungarn – Fans wie Experten haben sich das Comeback von Michael Schumacher anders vorgestellt. Ehemalige Champions wie Jackie Stewart glauben, dass sich der Deutsche mit seinen Auftritten sein Image kaputt macht.
“Sein Image leidet darunter nicht, weil die Rekorde ja bestehen bleiben”, kontert Gerhard Berger. Der Österreicher empfindet die Rückkehr des Rekordweltmeisters immer noch als sehr sinnvoll. “Ein Mann wie Schumacher hat der Formel 1 über Jahre so viel gegeben, dass er das Recht haben sollte, noch einmal in einen Boliden zu steigen.”
Chancen auf den WM-Titel räumt Berger ihm aber nicht mehr ein. “Vor der Saison hätte ich diese Frage mit einem klaren Ja beantwortet. Heute muss ich Nein sagen”, verriet er der Tiroler Tageszeitung. Nico Rosberg habe klar die Nase vorne. “Und man merkt Schumacher mittlerweile die Jahre an. Ich bin mir auch nicht sicher, ob er die Motivation noch aufbringt.”
Veränderte Spielregeln
Als Gegenbeweis führen viele das harte Manöver gegen Barrichello an. Berger erinnert sich aus seiner aktiven Zeit an ähnliche Manöver. “Es stimmt, wir fuhren härter und brutaler”, sagte Berger der Sport Bild. “Dreimal pro Runde fuhren wir uns manchmal in die Kiste, ohne dass wir uns beschwert haben. Das gehörte einfach dazu.” Damals wäre eine Aktion wie von Schumacher gegen Barrichello gar nicht aufgefallen. Das ist jedoch keine Entschuldigung. Heute seien die Spielregeln eben anders. “Das ist für Michael nur schwer zu verstehen.”
Trotzdem ist Berger davon überzeugt, dass Schumacher in Belgien stark zurückschlagen wird – trotz Strafversetzung. Die Strecke habe ihm schon immer gelegen. Damit es besser läuft, müsse er nur verstehen lernen, dass sein Teamkollege jetzt schneller sei – eine ihm bisher unbekannte Situation mit der auch Niki Lauda bei seinem Comeback umgehen musste. Erst nach einem halben Jahr sah er ein, dass Alain Prost schneller war und konzentrierte sich auf seine Stärken im Rennen – und gewann noch einmal den WM-Titel.
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2. Aug, 2010
Vettel und Webber vorne
In Hockenheim schnappte sich Sebastian Vettel die Pole Position mit gerade einmal zwei Tausendsteln Vorsprung. Im Rennen zeigte sich dann, dass Ferrari das schnellere Auto hatte als die Red Bull. Nur fünf Tage später hat sich das Bild gewendet, zumindest im 1. Freien Training in Ungarn war Red Bull nicht zu schlagen. Sebastian Vettel fuhr in 1:20.976 Minuten die schnellste Zeit – gut ein Zehntel schneller als sein Teamkollege Mark Webber.
Der erste Verfolger der Red Bull, Robert Kubica im Renault, hatte auf Platz 3 bereits eine Sekunde Rückstand auf die Vettel-Bestzeit. Jenson Button fehlten auf Platz 4 gut 1,4 Sekunden auf Red Bull. Dabei hatte Lewis Hamilton vor dem Wochenende noch gehofft, dass der Abstand auf Red Bull von sieben Zehnteln in Hockenheim schrumpfen würde.
Die Top-10 komplettierten Rubens Barrichello, Pedro de la Rosa, Fernando Alonso, die beiden Mercedes-Fahrer Nico Rosberg und Michael Schumacher sowie Nico Hülkenberg. Williams bestätigte damit den Aufwärtstrend des Deutschland-Qualifyings. Felipe Massa fehlten auf Platz 12 zwei Sekunden auf die Bestzeit.
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26. Jul, 2010
Sutil fährt Bestzeit
Der Wettergott hatte kein Erbarmen mit den Fans beim Deutschland GP. Eher typisches Eifelwetter begrüßte die Piloten am Freitagvormittag beim ersten Freien Training in Hockenheim. Auch für das zweite Training am Nachmittag und Samstagvormittag sind Regenschauer vorhergesagt. Das Qualifying könnte unter Umständen die erste trockene Session des Wochenendes sein.
Die nasse Fahrbahn forderte schon im ersten Training ihren Tribut. Neben eher harmlosen Ausrutschern neben die Strecke wie von Nico Rosberg und Tonio Liuzzi gab es auch waschechte Dreher von Felipe Massa (zweimal), Timo Glock, Bruno Senna, Jaime Alguersuari und Rubens Barrichello. Massa und Robert Kubica rodelten im Motodrom durch das Kiesbett, der Brasilianer sogar zweimal.
Den größten Knall des Trainings erlebte Lewis Hamilton, der seinen McLaren 20 Minuten vor Ende in die Reifenstapel stopfte. Der McLaren-Pilot verlor die Kontrolle über das Heck seines Autos und schlug dann vorne und hinten an der Streckenbegrenzung ein. Dabei beschädigte er sowohl die hintere Radaufhängung als auch die gesamte Fahrzeugfront.
Die schnellste Runde des 90-minütigen Trainings fuhr Regenspezialist Adrian Sutil. Noch schneller unterwegs war Sebastian Vettel, der seine letzte Runde jedoch abbrach und an die Box zurückkehrte. Hinter Sutil reihte sich Dreherkönig Felipe Massa auf dem zweiten Platz ein – vor Jenson Button, Rubens Barrichello, Vitaly Petrov und Nico Rosberg.
Vettel belegte am Ende Platz 11, direkt vor Timo Glock im Virgin. Michael Schumacher beendete den Vormittag auf Position 23 als Vorletzter – nur Sakon Yamamoto war langsamer als der Rekordchampion. Auch Fernando Alonso reihte sich nur auf Platz 19 ein. Angesichts der Wetterbedingungen und verschiedenen Programme sind die Zeiten jedoch wenig aussagekräftig.
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