Mercedes im Sieges-Rausch

Haug träumt vom Titel

 

Nach dem Mercedes-Doppelsieg hat der Chef Norbert Haug allen Grund zu Freude. Dabei profitierte die Mannschaft von dem vermasselten Start des Pole-Setters Timo Scheider. “Ein großartiges Rennen. Wäre Timo normal gestartet, hätte der Kampf anders ausgehen können.” Doch Dank des verpatzten Starts konnten Gary Paffett und Paul Di Resta den ungefährdeten Doppel-Triumph einfahren.

Bruno Spengler rettete mit Platz sieben zwei wertvolle Punte für die Meisterschaftsführung. Durch den Sieg von Paffett konnte der Brite die Lücke ein wenig schließen und liegt demnach mit neun Punkten Rückstand weiterhin auf Rang zwei. “Bruno’s Boxenstopp war nicht der beste. Dadurch hat er drei oder vier Plätze verloren”, gibt Haug zur Kenntnis.

In der Meisterschaft sieht es für die Stuttgarter auf den ersten drei Plätzen weiterhin bestens aus. “Wir haben gerade einen Lauf. Wir haben fünf von sechs Rennen gewonnen. Und vier davon hintereinander.” Dennoch kann es auch ganz schnell wieder abwärts gehen, weiß der Mercedes Motorsportchef. Bei noch 50 zu vergebenden Punkten ist noch alles offen.

Dennoch glaubt Haug fest an den Titel, obwohl im Motorsport alles möglich ist. “Es ist erst dann vorbei, wenn’s vorbei ist”, meint Haug zum Schluss.

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Paul Di Resta im Warm-Up am schnellsten

Regen im Anmarsch

 

Erstmals an diesem Wochenende ließ sich die Sonne über Zandvoort nicht blicken. Das Warm-Up auf dem 4,307 Kilometer langen Dünenkurs fand dennoch bei trockenen Bedingungen statt, Schauer und Regen werden erst in einigen Stunden erwartet. Den besten Start in den Tag erwischte Paul Di Resta.

Der Mercedes-Pilot, der im Rennen von der dritten Position starten wird, fuhr im Warm-Up eine Bestzeit von 1:33.367 Minuten. Dabei war der Brite auf einem Long-Run unterwegs und drehte rund 15 Runden am Stück, was einem Drittel der Renndistanz entspricht.

Mit einem knappen Rückstand von 0,063 Sekunden landete Mattias Ekström auf dem zweiten Platz. Der Schwede kennt im Rennen von Startplatz fünf nur ein Ziel: Positionen und Boden auf Bruno Spengler gutmachen. Der Tabellenführer hat keine gute Ausgangsposition für das Rennen, auch im Aufwärmtraining schaffte er es nur auf den zwölften Rang.

Timo Scheider, der schnellste Mann des Zeittrainings, kam ebenfalls noch nicht richtig in Schwung. Der zweifache Champion landete direkt vor Spengler auf der elften Position und musste mit einem Rückstand von rund acht Zehntelsekunden leben.

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Spengler

Kein uneinholbarer Favorit

 

Bruno Spengler, Jamie Green, Gary Paffett und Paul di Resta – gleich vier Mercedes-Piloten führen die Gesamtwertung der DTM vor dem Rennen in Zandvoort an. Wenn es nach ihnen geht, soll das so bleiben.

“Nach meinem Sieg auf dem Nürburgring möchte ich in Zandvoort die Meisterschaftsführung möglichst ausbauen”, sagt Spengler, der sich vor allem am Samstag steigern möchte. “Mein Qualifying dort war im letzten Jahr mit Platz drei schon ordentlich, aber hoffentlich geht’s diesmal noch besser.”

Die Meisterschaft sieht er trotz seines Vorsprungs und nur Markenkollegen als Verfolgern aber nicht als uneinholbar an. Der Kanadier sagt: “Es ist noch nicht mal Halbzeit und statt an den Titel zu denken konzentriere ich mich darauf, bei jedem Rennen das bestmögliche Resultat einzufahren.”

Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hält den Ball flach. “Mir wird schon viel zu früh in der laufenden Saison spekuliert, dass das Rennen um die Meisterschaft bereits gelaufen sei”, betont Haug. “Dem ist sicherlich nicht so, unser Gegner Audi und seine Fahrer sind heute so stark wie eh und je.”

Trotzdem möchte Mercedes die Erfolge der letzten Rennen wiederholen. Der Gesamtzweite Jamie Green möchte erneut in seinem Jahreswagen punkten – obwohl er an die Dünenstrecke am Meer keine guten Erinnerungen hat. “In der DTM habe ich – bis auf den sechsten Platz 2008 – noch nicht viel fürs Punktekonto in Zandvoort erreicht”, gesteht er. “Es wird also höchste Zeit.”

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Norisring

Green gewinnt zum dritten Mal in Folge

 

Bei 12 von 29 Rennteilnahmen gewann ein Mercedes auf dem Norisring. Am Sonntag ließ Jamie Green im 30. Rennen den 13. Sieg folgen. Für den Briten war es der dritte in Folge – und das in der selben 08er C-Klasse wie bei seinen ersten beiden Siegen auf dieser Strecke.

Green setzte sich am Start gegen seinen Markenkollegen und Meisterschaftsspitzenreiter Bruno Spengler durch und übernahm Position 2. Vorne verteidigte Ralf Schumacher seine Pole Position und fuhr die schnellsten Rennrunden, doch die Freude währte nicht lange. Der ehemalige Formel-1-Pilot fiel durch eine Durchfahrtsstrafe für einen Frühstart bis ans Ende des Feldes zurück. Green sagte danke, übernahm die Führung und gab diese bis zum Ende nicht mehr her. Der Sieg-Hattrick 2008, 2009 und 2010 war perfekt.

Einfach war es für Green nicht. Nach dem zweiten Boxenstopp schloss Mattias Ekström die Lücke zum Führenden und gab alles, um die Audi-Flaute zu beenden. Die Ingolstädter haben seit 2002 kein Rennen in Nürnberg gewonnen. Green verteidigte seinen Vorsprung allerdings bis ins Ziel. Als Dritter stand Spengler auf dem Podium, der nach zwei 2. Plätzen und einem Sieg sein schlechtestes Saisonresultat einfuhr.

Oliver Jarvis, Timo Scheider und Gary Paffett komplettierten die Top-6. Die letzten beiden Punkteränge schnappten sich mit Alexandre Premat und Martin Tomczyk zwei Audi-Fahrer. Insgesamt fuhren nur drei Mercedes-Fahrer und fünf Audi-Piloten in die Punkte. Maro Engel und Paul di Resta füllten die Top-10 auf. Ralf Schumacher kreuzte die Line nach seiner Strafe als Elfter. Mit einigen schnellen Rundenzeiten bestätigte er aber seine starke Leistung am Norisring.

Harte Zweikämpfe

 

David Coulthard hatte in der Anfangsphase des Rennens eine unliebsame Begegnung mit Markus Winkelhock. Der Audi-Pilot wollte ein Überholmanöver von Martin Tomczyk gegen den Schotten ausnutzen, schoss Coulthard jedoch in der Haarnadel ab und beschädigte dessen rechte Seite so stark, dass die Tür des gelben Mercedes davon flog. Coulthard fuhr das Rennen danach ohne Fahrertür zu Ende. Winkelhock schied mit einem beschädigten Auto aus.

Auch Paul di Resta hatte einen Kontakt mit einem Audi-Fahrer. Direkt nach dem Start drehte Alexandre Premat den Briten um, bekam dafür aber keine Strafe. Bereits beim letzten Rennen fiel der Franzose durch eine Kollision mit einigen Markenkollegen. Dafür bekam er von Audi die gelbe Karte gezeigt. Gelb-Rot blieb ihm von der Rennleitung in Nürnberg erspart.

Das dritte Duell Audi gegen Mercedes gab es zwischen Maro Engel und Miguel Molina. “Engel hat mich getroffen”, sagte der Spanier, der danach mit einem Aufhängungsdefekt ausrollte.

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Liuzzi und der McLaren-Traum

Vertrag für 2011

 

Jeder Rennfahrer träumt davon Rennen und Titel zu gewinnen. So auch Tonio Liuzzi. Derzeit steht der Italiener, der bei Red Bull und Toro Rosso schon als gescheitert galt, bei Force India unter Vertrag. Dort sind GP-Siege nur unter gewissen Umständen möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Sein Traum ist es deshalb, beim Teampartner McLaren anzudocken.

“Wer hätte letztes Jahr gedacht, dass Mark Webber um den Titel fahren würde?”, hält Liuzzi nichts für unmöglich. Nach einem guten Start und einer kleinen Schwächephase überzeugte Liuzzi in Kanada wieder. “Ich fühle mich bei Force India wohl und habe einen Vertrag für die Saison 2011″, sagte er Autosprint

Gleichzeitig wird Testfahrer Paul di Resta mit einem Renncockpit in Verbindung gebracht. Liuzzi hat ohnehin höhere Ziele. “Mein Ziel und Traum ist es, für McLaren zu fahren, sie waren immer mein Lieblingsteam.”

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