Qualifying

Vettel und Webber in Reihe 1

 

Red Bull wurde seiner Favoritenrolle im Qualifying in Silverstone gerecht. Sebastian Vettel und Mark Webber fuhren überlegen auf die Startplätze 1 und 2. Fernando Alonso hatte als Dritter bereits acht Zehntel Rückstand auf die Pole-Zeit. Neben dem Spanier startet Lewis Hamilton als Vierter aus der zweiten Reihe.

Zweitbester Deutscher ist Nico Rosberg, der den Mercedes auf Startplatz 5 stellte. Zusammen mit ihm startet Robert Kubica aus der dritten Reihe. Rosbergs Teamkollege Michael Schumacher hatte im Q3 nur noch einen Reifensatz übrig und kam damit nicht über Rang 10 hinaus. Felipe Massa, Rubens Barrichello und Pedro de la Rosa komplettieren die Ränge 7 bis 9.

Button beim Heimspiel raus

 

Bereits nach zwei Qualifyingsessions Schluss war für einige Fahrer, die sich mehr ausgerechnet hatten. So scheiterte Adrian Sutil als Elfter knapp am Einzug ins Q3. Auch Kamui Kobayasho, Nico Hülkenberg und Jenson Button kamen nicht über das zweite Qualifying hinaus. Button kam schon am Freitag nicht mit dem neuen Paket zurecht. Für den Samstag baute das Team auf die alten Teile zurück, doch auch damit konnte Button nicht so gut abschneiden wie sein Teamkollege Lewis Hamilton.

“Ich weiß nicht, was das Problem war”, erklärte Button. “Das Auto fühlte sich am Morgen gut an, es waren keine guten Zeiten, aber ein gutes Gefühl. Wir dachten, da geht was.” Dem war am Nachmittag nicht so. “Ich bin enttäuscht. Für morgen heißt es beten, dass etwas schief gelaufen ist, was wir jetzt noch richten können.”

Den Kampf der neuen Teams entschied Heikki Kovalainen für sich, allerdings landete Timo Glock nur drei Zehntel dahinter auf dem 20. Platz. “Nach diesem Wochenende ist mein Qualifying wie eine Pole”, sagte Glock, der viele technische Probleme zu verkraften hatte. “Ich konnte kaum brauchbare Setuparbeit machen, hatte immer nur gegen Probleme zu kämpfen.” Im Qualifying war sein Auto zusammengewürfelt, aber es funktionierte. “Es ist schön, dass wir näher an Lotus dran sind. Das Paket, das wir hergebracht haben, war ganz gut.”

Das Qualifying im Überblick

 

 

 

 1. Session

 

 

 Zwischenfälle: keine

 

 

 ausgeschieden: Alguersuari, Kovalainen, Glock, Trulli, di Grassi, Chandhok, Yamamoto

 Top-6: Vettel, Webber, Alonso, Sutil, Hamilton, Massa

 2. Session

 

 

 Zwischenfälle: Petrov Notprogramm

ausgeschieden: Sutil, Kobayashi, Hülkenberg, Button, Liuzzi, Petrov, Buemi

Top-6: Webber, Vettel, Alonso, Massa, Schumacher, Rosberg

 

 

 3. Session

 

 

 Zwischenfälle: keine

 

 

 Top-6: Vettel, Webber, Alonso, Hamilton, Rosberg, Kubica

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Vitaly Petrov

Keine Fehler erlauben

Vitaly, während des Grand-Prix-Wochenendes in Valencia hast Du Höhen und Tiefen erlebt. Was konntest Du an posi¬tiven Dingen für dich mitnehmen?

Vitaly Petrov: Auch auf dem spanischen Stadtkurs haben wir wieder viele neu entwickelte Teile für unseren Renault R30 erhalten, dadurch fühlte sich das Auto ganz anders an als zuvor und ich musste meinen Fahrstil diesen Veränderungen anpassen. Im Qualifying schaffte ich es erfreulicherweise erneut bis in die Runde der besten Zehn – konnte mich dort aber nicht weiter verbessern, da ich keinen weiteren Satz frischer Reifen mehr besaß. Zu Beginn des Rennens wollte ich nicht zu viel riskieren und bin nur mit Glück der Kollision mit den Force India-Piloten entgangen, die sehr aggressiv gestartet sind. Für mich zählt hauptsächlich, dass ich die volle Distanz absolvieren konnte und das Ziel erreicht habe. Dies kommt meiner Lernkurve und meinem Erfahrungsschatz sehr zugute. Jeder weiß, wie schwierig es in Valencia ist, zu überholen. Ich folgte Pedro de la Rosa lange wie ein Schatten und habe auf einen Fehler von ihm gewartet – doch als er sich dann wirklich einen Patzer leistete, war ich nicht nah genug dran, um davon zu profitieren.

Nach den ersten neun Formel-1-Rennen Deiner Karriere: Welche Bilanz ziehst Du am Ende des ersten Halbjahres?

Vitaly Petrov: Es ist sehr schwierig, meine Gefühle auf den Punkt zu bringen – dafür ist in den vergangenen sechs Monaten einfach zu viel passiert. In der Formel 1 muss ich auch weiterhin viel lernen, aber ich spüre, wie ich von Rennen zu Rennen immer besser werde und von Mal zu Mal effizienter mit dem Team und meinen Ingenieuren zusammenarbeite. Der Konkurrenzdruck in der Formel 1 ist einfach riesig. Dabei begeistert es mich immer wieder zu sehen, mit welchem Ehrgeiz und welchem Aufwand unser Rennstall den Renault R30 von Rennen zu Rennen weiter verbessert. Mir ist klar, dass Robert Kubica und ich für den Rest der Saison vor allem ein Ziel verfolgen müssen: Mercedes in der Konstrukteurswertung noch abzufangen. Dies ist ganz klar die Aufgabe, die sich das ganze Team gestellt hat.

Den Grand-Prix-Kurs von Silverstone kennst Du noch aus Deiner GP2-Zeit. Allerdings hat sich das Strecken-Layout über den Winter deutlich verändert. Glaubst Du, die neue “Arena”-Sektion stellt Euch vor eine neue Herausforderung?

Vitaly Petrov: Schwierig zu sagen. Das werden wir ganz genau erst dann wissen, wenn wir dort die ersten Runden mit dem Formel-1-Rennwagen gefahren sind. Vom Gefühl her rechne ich damit, dass die neue Sektion einfach nur die Runde verlängert, nicht aber den Charakter der Strecke ändert. Schon bislang war es aufgrund der vielen schnellen Kurven sehr schwierig, in Silverstone zu überholen. Daran wird sich wohl nicht viel ändern – auch wenn es jetzt einige zusätzliche Geraden gibt. Mal sehen, ob die lang genug sind, um Ausbremsmanöver zu erlauben.

Mit welcher Taktik nimmst Du den Großen Preis von England in Angriff?

Vitaly Petrov: Als Erstes müssen wir abwarten, wie jene Modifikationen einschlagen, die wir auch in Silverstone wieder neu dabei haben werden und die die Fortentwicklungen von Valencia ergänzen – immerhin unterscheiden sich beide Rennstrecken in puncto Charakteristik doch sehr. Eben weil das Überholen dort so schwierig ist, kommt es umso mehr darauf an, das Potenzial unseres Autos im Qualifying bestmöglich auszuschöpfen. Für mich bedeutet dies, dass ich mir keine Fehler erlauben darf und es möglichst bis ins Zeitfahren der schnellsten Zehn schaffen sollte – dies wäre für das Rennen die beste Ausgangslage. Zumal es für unsere Kollegen im Chassis-Workshop Enstone der Heim-Grand Prix ist. Das motiviert uns natürlich zusätzlich.

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Sauber mit schwierigem Beginn

Kein Grip

 

Die Sauber-Piloten hielten sich in den beiden Freien Trainings in Montreal zwischen den Rängen 15 und 17 auf. “Heute war ein schwieriger Tag”, gestand Pedro de la Rosa. “Wir haben versucht, auf einer sehr rutschigen Strecke eine vernünftige Fahrzeugbalance zu finden, was nicht einfach ist.” Dennoch glaubt der Spanier, die Reifensituation zu durchschauen.

“Obwohl die Strecke zum Nachmittag etwas besser wurde, war das geringe Grip-Niveau ein großes Problem, und beide Reifenmischungen bauten sehr schnell ab”, klagte Kamui Kobayashi. “Die Trainings heute waren hart, aber wir haben die Zeit, um das Auto für morgen zu verbessern.”

Das Team fuhr zum ersten Mal mit mittlerem Abtriebsniveau und musste erst Erfahrung damit sammeln. “Momentan fehlt uns generell Grip”, bestätigt Technikchef James Key. “Sobald die Haftung da ist, sind die Autos passabel, wenn sie fehlt, ist die Situation schwierig.” Das Team müsse jetzt überlegen, wie es mit dem Auto allgemein mehr Grip aufbauen könne, sowohl auf der aerodynamischen als auch auf der mechanischen Seite.

“Und dann müssen wir sehen, wie wir das Auto für eine schnelle Runde abstimmen”, sagt Key. “Im Renntrimm ist das Tempo nicht so schlecht, aber da müssen wir noch sehen, wie sich die Reifen dauerhaft verhalten.” Sauber steht also noch einiges an Arbeit bevor.

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Sauber mit kleinen Fortschritten

Hoffnung auf Besserung

 

Sauber durchlebt eine schwierige Zeit. Erst die Ungewissheit im Winter, dann die guten Wintertests, der schwache Saisonstart, der Aufschwung in Barcelona und die erneute Bruchlandung in Monaco. Vor dem nächsten Rennen in der Türkei schöpft das Team trotzdem neue Hoffnung.

“Im Vergleich mit Monte Carlo haben wir es mit einer normalen Rennstrecke zu tun, und ich denke, das passt besser zu unserem Auto”, glaubt Technikchef James Key. Das Ziel ist es, zu der Form zurückkehren, die Sauber in Barcelona zeigen konnte. “Wir nehmen unsere Abstimmungserkenntnisse von dort mit nach Istanbul. Wir werden den so genannten F-Schacht erneut einsetzen und weitere kleinere Aerodynamik-Verbesserungen dabei haben, die uns helfen sollten.”

Fahrer bauen auf Barcelona-Trend

 

Pedro de la Rosa baut ebenfalls auf die andere Streckencharakteristik in Istanbul. “Ich denke, der Istanbul Park ist eine Strecke, auf der wir an die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit, die wir in Barcelona gezeigt haben, anknüpfen können.” Sein Ziel umreißt er trotzdem eher niedrig: “Ich will unbedingt ins Ziel kommen!”

Sein Teamkollege Kamui Kobayashi hat weitere Lehren aus dem Rennen in Monaco gezogen. “Aber davor in Barcelona hatten wir ein wirklich gutes Gefühl mit den Verbesserungen am Auto, und ich hoffe, dass wir das fortsetzen können”, wiederholt er die Worte seines Teampartners. “Wir müssen weiter an uns glauben und hart arbeiten.” Ein neuer Anlauf in Istanbul.

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Monaco GP

Webber gewinnt in Monaco

 

Schon in Runde 36 des Monaco GP winkten die entspannt wirkenden Red Bull Mechaniker in der Box in die Kamera. Man hätte meinen können, sie winkten der weit hinterherhinkenden Konkurrenz von Mark Webber und Sebastian Vettel zum Abschied – ohne die vier Safety Car Phasen des Rennens wären die Red Bull auch in Monaco in einer eigenen Welt gefahren und hätten einen überragenden Vorsprung herausgefahren – so wie eine Woche zuvor in Barcelona.

Der Unterschied: Diesmal konnte Sebastian Vettel den Red Bull Erfolg perfektionieren und Platz 2 hinter seinem Teamkollegen absichern – obwohl Kubica gegen Ende noch einmal näher kam. Gegen Webber hatte Vettel wie im Qualifying nicht den Hauch einer Chance. Der Australier fuhr zum zweiten Mal innerhalb von sieben Tagen dem Rest der Formel-1-Welt auf und davon. Selbst die Safety Car Phasen konnten ihn nicht einbremsen. Er fuhr jedes Mal wieder einen Vorsprung heraus.

Vettel legte den Grundstein für seinen zweiten Platz am Start. Er startete auf der sauberen Seite und zog innen am Zweiten Robert Kubica vorbei, der sogar noch einen Platz an Felipe Massa verlor, den er sich im Rennverlauf zurückholte. Trotz einiger Zwischenfälle war das nach 78 Runden auch der Zieleinlauf: Webber vor Vettel und Kubica. Hinter dem Polen belegten Felipe Massa, Lewis Hamilton und Fernando Alonso die Plätze in den Top-6.

Alonso legte die taktische Meisterleistung des Rennens hin. Nach einem Unfall im dritten Freien Training am Samstagvormittag konnte er nicht am Qualifying teilnehmen und musste aus der Boxengasse starten. Nach einer Runde kam er an die Box, wechselte von weichen auf harte Reifen und fuhr die restlichen 77 Runden mit dem harten Reifensatz durch – so lag er nach den Boxenstopps aller anderen Piloten plötzlich auf Platz 6; vor Michael Schumacher und Nico Rosberg! In der letzten Kurve verlor Alonso den sechsten Platz jedoch an Schumacher, der nach dem Abbiegen des Safety Cars innen am Spanier vorbeiging. Die letzten Punkteränge belegten die beiden Force India Fahrer Adrian Sutil und Tonio Liuzzi.

Safety Car hoch drei

 

Der Start lief glatt, trotzdem wurde noch in der ersten Runde die erste Safety Car Phase ausgerufen. Nico Hülkenberg krachte mit seinem Williams im Tunnel in die Leitplanke. “Bis zum Tunnel fühlte sich das Auto normal an, dann ist in der Kurve etwas passiert und ich bin geradeaus in die Mauer gefahren”, erklärte der Deutsche.

Gleich zu Beginn der Safety Car Phase ereignete sich der nächste Ausfall: Jenson Button stellte seinen McLaren mit rauchendem Heck ab. Der Grund: Ein Mechaniker hatte in der Startaufstellung einen Kühler im linken Seitenkasten vergessen. Der Motor überhitzte und Button war draußen.

“Es hat den Motor gegrillt”, sagte Button. “Ich wollte kein Öl auf der Strecke verteilen. Es wäre okay gewesen, wenn wir kein Safety Car gehabt hätten. Das war das Ende, denn bei so einer geringeren Geschwindigkeit kommt dann keine Luft rein, um zu kühlen.”

Hülkenberg muss sich jedoch keine Vorwürfe machen: Danach gab es noch drei Safety Car Phasen. Eine wegen eines heftigen Unfalls des zweiten Williams-Piloten Rubens Barrichello, eine wegen eines lockeren Kanaldeckels und eine wegen eines Unfalls zwischen Jarno Trulli und Karun Chandhok. Barrichello drehte sich und schlug seitwärts in die Leitplanken ein. Danach schmiss er sein Lenkrad auf die Straße, das Karun Chandhok überfuhr. “Nach dem Boxenstopp war das Auto nicht in Ordnung”, sagte Barrichello. “Das Lenkrad fühlte sich taub an.”

Den spektakulärsten Unfall hatten Trulli und Chandhok in Rascasse. Der Italiener wollte den HRT-Piloten innen überholen, Chandhok machte zu und der Lotus flog über das Hispania-Auto hinweg – direkt vor den führenden Red Bull.

Schon gar nicht mehr dabei waren zu diesem Zeitpunkt die beiden Sauber-Piloten Pedro de la Rosa und Kamui Kobayashi und die beiden Virgin-Fahrer Timo Glock und Lucas di Grassi. “Mir ist hinten rechts die Spurstange gebrochen”, verriet Glock, der nirgends angeschlagen ist. “Im Casino war auf einmal das hintere Rad locker und ist seitlich weggestanden. Da war kein Weiterfahren mehr möglich.” Auch Bruno Senna (Hydraulikdefekt), Heikki Kovalainen (Getriebedefekt) und Vitaly Petrov sahen die Zielflagge nicht.

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