3. Training verschoben

Zu viel Nebel

Rennfahrer, die Wasser aus der Box wischen (Nick Heidfeld), bei Interviews vor Donnerschlägen zusammenzucken (Nico Rosberg) und mit Kameras die Teammitglieder filmen (Sebastien Buemi) sind kein gutes Zeichen. Das 3. Freie Training zum Großen Preis von Brasilien in Interlagos konnte bislang nicht gestartet werden.

Eine halbe Stunde vor Trainingsbeginn begannen tropische Regenfälle, die von Blitz und Donner begleitet wurden. Während die Strecke vielleicht noch befahrbar wäre, verhindert der Nebel, dass der Rettungshubschrauber starten kann. Deshalb wurde der Beginn des 3. Trainings auf unbestimmte Zeit verschoben. Sogar eine Absage des gesamten Trainings ist möglich.

Um das Qualifying rechtzeitig um 19:00 Uhr europäischer Zeit zu starten, darf das 3. Training nicht länger als bis 17:00 Uhr dauern. Die Pause zwischen dem 3. Training und Qualifying muss im Normalfall mindestens zwei Stunden betragen – sonst könnten etwaige Teilewechsel und Reparaturarbeiten vielleicht nicht durchgeführt werden.

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BMW im Mittelfeld

Keine Punkte in Budapest

Die Aussichten für BMW Sauber waren schon am Samstag finster: “Mit den Startpositionen 15 und 18 geht man natürlich mit limitierten Möglichkeiten ins Rennen”, betont Technikchef Willy Rampf, der deshalb mit der Strategie spielte. “Das hat zuerst auch gut geklappt, als beide Piloten gleich am Start Positionen gutmachen konnten”, so Rampf.

Nick Heidfeld machte auf den ersten Metern einige Plätze gut, verlor diese aber im Laufe der ersten Runde wieder. “Erst bekam ich einen Schlag von hinten, und später bin ich in Kurve elf außen in den Dreck geraten”, schilderte er. “Danach hat es eine Weile gedauert, ehe ich Sébastien Buemi überholen konnte, und dann steckte ich gleich wieder im Verkehr fest.”

Das Team zog seinen Boxenstopp um mehrere Runden vor, was sich im Verkehr auszahlte. “Trotz des vergleichsweise hohen Kraftstoffgewichts war ich nicht schlecht unterwegs”, so Heidfeld. “Unterm Strich würde ich sagen, dass wir schneller geworden sind – entsprechend schade ist es, dass wir das nicht in Punkte ummünzen konnten.”

Sein Teamkollege Robert Kubica kam nach dem Start nicht so gut vorwärts. “Ich hatte einen wirklich guten Start und eine gute erste Runde”, so der Pole. “Dabei ist es mir gelungen, einige Positionen gutzumachen. Wenigstens das ist etwas Positives. Leider hatte ich massives Untersteuern, und meine Vorderreifen bauten sehr stark ab. Nach zehn Runden im jeweiligen Stint waren meine Reifen ziemlich hinüber und ich entsprechend langsam.”

Motorsportdirektor Mario Theissen trauerte einem besseren Ergebnis nach. “Nach dem verkorksten Qualifying war auf dieser Strecke nicht mehr zu machen”, wusste er. “Mit einer besseren Ausgangslage wären heute Punkte in Reichweite gewesen.”

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Button holt die Pole

Ferrari mit Strategiefehler

 

Das Duell Brawn GP gegen Red Bull geht weiter. Nach der Pole und dem Sieg von Sebastian Vettel in China, schlugen Brawn und Jenson Button in Bahrain zurück. In Barcelona sah es nach dem nächsten Konter von Vettel aus, doch auf der letzten Qualifying-Runde schnappte Button dem Deutschen die Pole Position weg. Hinter Button und Vettel starten Rubens Barrichello und Felipe Massa aus Reihe 2.

Der zweite Red Bull von Mark Webber geht von Rang 5 ins Rennen, vor den beiden Toyota von Timo Glock und Jarno Trulli. Fernando Alonso, Nico Rosberg und Robert Kubica komplettieren die Top-10 der Startaufstellung.

Hamilton und Heidfeld nur im Q2

 

Für Lewis Hamilton war der Tag schon im Q2 zu Ende. “Es war genauso frustrierend wie sonst auch”, sagte er. “Das Auto ist einfach nicht schnell genug.” Im Rennen möchte er so viele Plätze wie möglich gutmachen. “Wir möchten so weit wie möglich nach vorne kommen.” Das gilt auch für Nick Heidfeld, der als 13. direkt vor Hamilton losfährt.

“Ich hatte gestern Probleme mit der Technik und habe heute Morgen durch meinen eigenen Fehler Zeit verloren”, erklärte Heidfeld. “Das hat mit Sicherheit eine Rolle gespielt. Schade, eigentlich ist das Auto besser. Die Top-10 wären drin gewesen, aber wir haben insgesamt einen Schritt nach vorne gemacht.” Punkte hält er allerdings für schwierig zu erreichen. “Überholen war hier in den letzten Jahren nie einfach. Ich hoffe, am Start etwas gutuzmachen und dann das Maximum herauszuholen.”

Finnisches Doppel-Aus

 

Enttäuschte Gesichter gab es nach dem ersten Qualifying bei Ferrari und McLaren. Sowohl Kimi Räikkönen als auch Heikki Kovalainen blieben schon an der ersten Hürde hängen. Räikkönen war acht Zehntel langsamer als sein Teamkollege Felipe Massa, der im Q1 die Bestzeit markierte.

Räikkönen gestand hinterher ehrlich: “Wir haben uns verrechnet. Wir dachten, die Zeit würde reichen, aber wir haben damit einen Fehler gemacht.” Der erste Run mit dem ersten Reifensatz sei gut gewesen. Einen zweiten gab es nicht, Räikkönen fuhr insgesamt nur fünf Runden. “Das ist nun etwas blöd gelaufen. Ich war gut drauf, das Auto war auch nicht schlecht.”

Kovalainen wusste nicht genau, woran es bei ihm haperte. “Nick war im letzten Sektor vor mir”, sagte Kovalainen. “Ich habe ein bisschen Zeit verloren, aber soviel sollte es nicht gewesen sein. Ich hatte nicht den Grip, den ich brauchte, konnte nicht pushen.”

Wie gewohnt war auch für Adrian Sutil im ersten Qualifyingabschnitt Schluss. “Der Trost den Teamkollegen zu schlagen, geht auch allmählich zu Ende”, klagte er. “Ich habe immer mein Bestes gegeben, egal wo ich war. Ich bin zufrieden, hatte eine gute Runde, bin aber eben am Limit des Autos angekommen.” Im Rennen setzt er auf eine Zielankunft. “Ankommen ist alles. Wir müssen daraus das Beste machen. Uns war klar, dass es ein schwieriges Wochenende werden würde, da die Aerodynamik hier besonders wichtig ist und das liegt uns meistens nicht gut.”

Das Qualifying im Überblick

 1. Session

Zwischenfälle:

 

 

 

keine

ausgeschieden

Räikkönen, Bourdais, Kovalainen, Sutil, Fisichella

 

 Top-6:

Massa, Webber, Button, Vettel, Rosberg, Barrichello

2. Session

 

 

 

Zwischenfälle:

Buemi Abflug

ausgeschieden:

Nakajima, Piquet, Heidfeld, Hamilton, Buemi

Top-6:

Barrichello, Webber, Glock, Massa, Vettel, Rosberg

3. Session

 

 

 

Zwischenfälle:

keine

Top-6

Button, Vettel, Barrichello, Massa, Webber, Glock

 

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Qualifying

Button auf Pole, Trulli Zweiter

 

Trulli, Barrichello, Button – in den Schlusssekunden des zweiten Qualifyings der Saison purzelten die Zeiten und wechselten die Pole-Inhaber. Am Ende war es erneut Jenson Button, der den Brawn GP auf die Pole Position stellte. In 1:35.181 Minuten fuhr er schneller als Jarno Trulli auf Startplatz 2 und Sebastian Vettel. Der Deutsche wird jedoch nicht in den Genuss des dritten Startplatzes kommen. Er verliert aufgrund seiner Strafversetzung aus Melbourne 10 Plätze und steht somit auf Startplatz 13. Auch der viertschnellste Fahrer des Qualifyings muss eine Strafe hinnehmen: Rubens Barrichello rutscht wegen eines Getriebewechsels auf Platz 9 ab.

Von den Strafversetzungen profitieren zwei Deutsche: Timo Glock und Mark Webber rücken jeweils zwei Positionen auf. Glock steht damit hinter seinem Teamkollegen in Reihe 2, Rosberg direkt daneben auf Startplatz 4. Kimi Räikkönen rückt als bester Ferrari-Pilot auf Platz 7 auf.

Aus für McLaren & Heidfeld

 

In letzter Sekunde flog Nick Heidfeld auf den Top10. Während Kazuki Nakajima die Heidfeld-Zeit um 19 Hundertstel verpasste, schnappte ihm Fernando Alonso den zehnten Rang im letzten Anlauf weg.

“Es wäre besser gewesen, etwas früher draußen zu sein”, so Heidfeld. “Ich hatte Verkehr auf der Outlap, das wollte ich verhindern und sagte: Ich will früher raus. Aber ich hatte auf meiner Aufwärmrunde zwei Autos direkt hinter mir, wie Rubens, den ich vorbeilassen musste.”

Ebenfalls in Q2 raus waren die beiden McLaren von Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen, die nicht über die Ränge 13 und 14 hinaus kamen. “Das ist, was wir können”, urteilte Lewis Hamilton. “Das Auto ist einfach nicht schnell genug, wie in Melbourne.” Sebastien Bourdais war als 15. chancenlos.

Massa verspekuliert sich

 

Die große Überraschung des ersten Qualifyings war ein Roter: Felipe Massa scheiterte als 16. am Einzug ins Q2. Der Brasilianer fuhr jedoch nur vier Runden. Genauso wenig Runden fuhr sein Teamkollege Kimi Räikkönen, der schaffte aber als 14. geradeso den Sprung ins zweite Segment.

“Ich bin gleich auf den weicheren Reifen raus. Die Rundenzeit war nicht fantastisch, aber wir dachten, es müsste reichen”, erklärte Massa. “Dann sind wir drin geblieben und dachten, wir müssen nicht neue Reifen nehmen.” Deswegen die wenigen Runden bei den Ferrari-Piloten. “Wir dachten, es sollte reichen, tat es aber nicht. Wir haben uns zu sehr auf unsere Leistung verlassen.”

Buemi & Sutil raus

 

Zusammen mit Massa schieden sein Landsmann Nelsinhp Piquet, Giacnarlo Fisichella, Adrian Sutil und Sebastien Buemi aus. Der Schweizer Buemi kam auf seiner letzten Runde von der Strecke ab und verschenkte so die Chance auf das Q2. “Ich war so schnell, mindestens dreieinhalb Zehntel schneller, kam aber von der Strecke ab”, klagte Buemi im Boxenfunk.

Adrian Sutil sang hingegen das übliche Lied: “Es ging nicht mehr. Auch hier war es wie in Melbourne, gleiche Reihenfolge”, sagte er. “Das ist das, was das Auto momentan zeigen kann. Wir müssen uns verbessern.” Für das Rennen baut er auf Regen. “Wetter kann morgen ein bisschen Action reinbringen. Das wäre für uns besser. Wenn es hier regnet, dann aber so, dass man nicht mehr fahren kann.”

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Heidfeld und die Reifen

Das Heck bricht aus

 

BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld sieht die neuen Slicks von Bridgestone als entscheidenden Faktor für das Setup der neuen Fahrzeuge. Selbst die neuen Flügel seien nicht so wichtig für eine erfolgreiche Fahrzeugabstimmung, stattdessen sollen die Reifen entscheidend sein.

Die neuen Reifen unterscheiden sich zwar nicht von den Abmessungen, werden aber eine andere Haftung erzeugen. “Es wird Unterschiede zum alten Setup geben, diese werden aber hauptsächlich von den Reifen und nicht von der Aerodynamik diktiert”, sagte Heidfeld. “Wir haben insgesamt viel weniger Abrieb und offensichtlich weniger Grip, aber die größte Herausforderung ist der Reifen. Wir scheinen proportional vorne mehr Grip als hinten zu haben.

Bei den Barcelona-Tests hatte man noch Probleme, die Reifen bei den kalten Bedingungen auf Temperatur zu bringen. Jetzt in Jerez kämpft man mit dem hinteren Reifenabrieb. Bei höherer Abnutzung der Hinterreifen brach das Heck laufend aus.

“Der hintere Reifenverschleiß ist sehr schlecht”, sagte Heidfeld. “Es ist ein riesiger Unterschied zu Barcelona. Aber wir sind alle in der gleichen Situation.” Trotz dieser Bedenken ist Heidfeld sehr zuversichtlich, dass es nicht wieder – wie in der letzten Saison – zu Problemen beim Qualifying kommen wird, als er laufend mit seinen Vorderreifen kämpfen musste.

“Nach den beiden Tests auf verschiedenen Strecken habe ich angefangen, die Reifen besser zu verstehen und wir werden nicht noch einmal die gleichen Probleme bekommen”, meinte Heidfeld. “Ich glaube, dass ich die Reifen in diesem Jahr schneller verstehen werde als noch im letzten Jahr.”

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