Der Diffusor-Protest ist da

Erster Showdown vor dem Training

 

Schon bevor das erste Training in Melbourne beginnt, gibt es den ersten Showdown in der Formel 1. Mehrere Teams haben beschlossen, einen Protest gegen die fraglichen Diffusoren von Brawn GP, Toyota und Williams einzulegen. Dazu gehören BMW Sauber, Renault, Ferrari und die Red Bull.

“Einige Teams haben mir gesagt, dass sie heute definitiv protestieren werden”, sagte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh, stellte gleichzeitig aber fest, dass sein Rennstall nicht dazu gehört. Ungeachtet dessen wird die Angelegenheit zur Harmonie innerhalb der Teamvereinigung FOTA wohl kaum beitragen. Bernie Ecclestone stellte dazu gegenüber der Associated Press etwas sarkastisch fest: “Wenn sie bei irgendeiner Sache ihren Punkt klarmachen wollen, wie bei diesem Diffusor-Zeug … da sie ja alle zusammenstehen, wird es wohl offensichtlich in Melbourne keinen Protest geben.”

Während der Formel-1-Boss also bereits auf eine Schwächung der Team-Allianz hofft, gab auch Whitmarsh zu, dass sich die Situation durchaus verschärfen könnte. Er musste aber auch anmerken: “In Verteidigung aller, ich glaube nicht, dass irgendwer hier absichtlich betrügen wollte. Es ist schade, dass dieses sportliche Zusammentreffen im Laufe des Wochenendes im Schatten der Kontroverse stehen wird.” Seiner Meinung nach wäre es das Beste, wenn die Stewards die Diffusoren der drei Teams für illegal erklären würden. “Entweder ein Hauptteil der Teams wird das Design ihres Autos ändern müssen oder ein kleiner Teil wird das bei sich machen müssen.”

Nachspiel vorprogrammiert

 

Ungeachtet des Ausgangs des Protests wird die Sache aber wohl ein Nachspiel haben. Die unterlegene Seite wird in Berufung gehen, womit die Angelegenheit vor dem Berufungsgericht der FIA landet und wohl erst bei der Rückkehr des Formel-1-Trosses nach Europa gelöst werden könnte. In der Zwischenzeit könnten die Rennergebnisse provisorisch bleiben. Bei Toyota ist man anscheinend für alles gerüstet und soll sogar mehrere Diffusoren im Gepäck haben, während das bei Williams und Brawn GP nicht der Fall sein soll. Toyota-Teampräsident John Howett zeigte sich aber nicht besorgt. “Nein, wir haben bei Charlie Whiting nachgefragt und grünes Licht bekommen. Wenn es zu einem Protest kommt, werden wir uns verteidigen können”, zitierte der Express Howett.

Laut Felipe Massa scheint es jedenfalls Klärungsbedarf zu geben. “Es scheint unsicher, ob es legal ist oder nicht, also warten wir ab, wie die Entscheidung der FIA aussieht. Es muss aber hundertprozentig klargestellt werden”, erklärte der Ferrari-Pilot. Kimi Räikkönen meinte, dass so eine Sache wie aktuell mit den Diffusoren eigentlich immer passieren könne. “Das kann während der Saison passieren, wenn andere neue Teile kommen. Das ist Teil des Racing und wir werden sehen, was geschieht.”

Diffusor macht viel aus

 

Bei Ferrari scheint man die fraglichen Diffusoren bereits genau unter die Lupe genommen zu haben, denn Chef-Aerodynamiker Nikolas Tombazis erklärte gegenüber Autosprint , dass es keinen Zweifel daran gebe, dass BrawnGP, Williams und Toyota einen Vorteil hätten. Allerdings äußerte er auch starke Zweifel daran, dass die Teile legal sind. “Wir hoffen, diese Zweifel werden vor dem ersten Rennen beseitigt. Auch mit den neuen Regeln bleibt der Diffusor eines jener Elemente am Auto, die am meisten Leistung bringen. Das ist deswegen so, weil er dem ganzen Boden des Autos dabei hilft, wenig Druck zu haben. Die Druck-Niveaus sind nicht so niedrig wie beispielsweise unter einem Flügel. Die Flügel haben aber eine kleinere Fläche. Der Diffusor hat daher zwar nicht so wenig Dreck, aber da er eine große Fläche abdeckt, macht er viel von der Gesamtleistung aus”, sagte er und hielt fest, dass man deswegen einen großen Vorteil gewinnen kann, sollte man alternative Wege beschreiten.

Für Ross Brawn ist die Haltung seines ehemaligen Teams nicht gerade unterhaltsam. Der ehemalige Technikdirektor von Ferrari reagierte etwas säuerlich auf die Haltung von Ferrari gegenüber seinem neuen Team. “Ferrari ist nur aufgewacht, weil jemand schneller war als sie”, sagte er dem Mirror . “Diese Anschuldigungen kommen von Teams, die nicht diese Idee hatten und jetzt werden sie böse. Für jeden, der die Regeln gelesen hat, war das recht offensichtlich.”

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Alonso tippt auf Räikkönen

Keine Ferrari-Aussichten 2009

 

Die Titelfrage wird in der Formel 1 aktuell heiß diskutiert und beinahe jeder Fahrer wird darum gebeten, seine Einschätzung abzugeben, wie es ausgehen könnte. So auch Fernando Alonso, der glaubt, dass Kimi Räikkönen trotz zuletzt nicht gerade glücklicher Vorstellungen durchaus eine Chance hat, noch als Weltmeister aus der Saison hervorzugehen. “Ich denke, Kimi war manchmal ein wenig unglücklich. Ich erinnere mich, dass er in Magny Cours eigentlich am Weg zum Sieg war, dann aber das Auspuffproblem hatte. Dann war da auch der Unfall mit Hamilton in der Boxengasse von Kanada”, sagte der Spanier gegenüber ITV.

Insgesamt wollte Alonso zwei oder drei Rennen erlebt haben, in denen Räikkönen zehn Punkte hätte holen können, sie aber dann nicht holte. “Ich denke also, dass Kimi immer noch sehr stark ist, vielleicht stark genug, um am Ende den Titel zu holen”, meinte er. Doch auch Felipe Massa wollte er aus der Gleichung nicht ganz herausnehmen und musste feststellen, dass sich der Brasilianer stark verbessert hat, vor allem bei der Konstanz. “In der Vergangenheit haben wir Massa manchmal schnell erlebt, aber in der Weltmeisterschaft hatte er manchmal schlechte Rennen; dieses Jahr scheint er ein wenig konstanter.”

Ferrari war nie eine Option

 

Was das Thema Ferrari und seine eigene Person betraf, so musste Alonso betonen, dass er im kommenden Jahr keine Aussichten auf ein Cockpit dort sieht. “Es war immer bekannt, dass zwei Fahrer unter Vertrag sind. Es war nie eine Option für nächstes Jahr”, zitierte die Zeitung Diario AS den zweifachen Weltmeister. Auch sein kurzes Treffen mit Luca di Montezemolo in Monza musste er diesbezüglich doch ein wenig geraderücken. In der internationalen Medienrunde hatte er bereits betont, dass man über Höflichkeitsfloskeln nicht hinausgekommen war.

Gegenüber den spanischen Journalisten meinte er dazu dann noch: “Ich habe ihn für fünf Sekunden gesehen und er hat mich gefragt, wie es mir geht. Nebenan war Fisichella und ihm hat er eine Umarmung gegeben. Er hat auch Hamilton getroffen.” Bei anderen Teams steht Alonso dennoch hoch im Kurs. Im Paddock wird weiter über die Möglichkeiten BMW Sauber, Honda und Toyota neben der Option Renault spekuliert. Dass Ferrari aktuell nicht auf der Liste steht, schien ihn nicht zu stören. “Ich bin 27 und habe genug Zeit, um wieder auf die Siegerstraße zu kommen und Weltmeisterschaften zu gewinnen, egal ob mit Ferrari oder einem anderen Team. Als ich meine zwei Titel mit Renault gewonnen habe, war Ferrari hinter mir, also habe ich keine Angst vor der Herausforderung.” Ob Ferrari 2010 ein Thema sein könnte, beantwortete er mit der einfachen Aussage, dass er es nicht wisse. “Ich darf aber nicht nur an nächstes Jahr denken, sondern auch an die weitere Zukunft, wir werden also sehen”, sagte er ITV.

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Bestes Rennen für Renault

Ein Podium war drin

Fernando Alonso ist ein Realist. Vor dem Ungarn GP rechnete er trotz seines 7. Startplatzes nicht mit einem Wunder. Überholen ist in Ungarn nahezu unmöglich und die sechs Autos, die vor ihm standen, waren auch schneller. “In einem normalen Rennen wird es schwierig, besser als Siebter zu werden”, sagte er am Samstag. Aber es gab kein normales Rennen. Felipe Massa und Lewis Hamilton fielen durch Probleme aus der Rechnung und Robert Kubica fand nicht genügend Pace in seinem BMW Sauber. So schaffte es Alonso bis auf Platz 4.

“Wir haben wichtige Punkte geholt, aber es war sogar ein Podium drin”, meinte der Spanier hinterher. Aber er wollte dann doch nicht zu viel verlangen. “Wir haben hart gekämpft und die Pace war da, das ist ermutigend für den Rest der Saison.”

Chefingenieur Pat Symonds sah im Ungarn GP sogar das beste Rennen des Jahres. Einen Teil dazu trug Nelsinho Piquet bei. Er kam von seinem zweiten Platz in Deutschland beflügelt nach Ungarn und setzte das in eine weitere Punkteankunft um. “Ich bin mit meinem Ergebnis zufrieden.” Auch er betonte, wichtige Punkte für die Konstukteurs-WM geholt zu haben. “Leider habe ich einen kleinen Fehler auf der ersten Runde gemacht, wodurch ich zwei Plätze verloren habe.” Das beweise, dass man sich in der Formel 1 nicht den kleinsten Fehler erlauben dürfe.

Flavio Briatore war dennoch zufrieden. “Das Ergebnis ist solide und ermutigend”, sagte der Teamboss. “Unsere Fahrer haben gute Arbeit abgeliefert und wir wollen jetzt in der zweiten Saisonhälfte den vierten Platz in den Konstrukteursmeisterschaft angreifen.” Aktuell fehlen Renault vier Punkte auf Toyota.

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Barcelona, Tag 2

Flossen, Nasen, Slicks und Barrichello

Am zweiten Testtag in Barcelona fuhren einige Teams ganz schweres Gerät auf. Renault präsentierte die bereits von Red Bull bekannte Haifisch-Flosse auf der Motorabdeckung und Honda führte die als Elefanten-Ohren bekannt gewordenen Nasenflügel aus. Auch BMW Sauber hatte wieder seine Wikinger-Hörner auf die Nase gepackt. Die Ferrari-Nase mit den Löchern war angesichts der ausladenden optischen Reize der Konkurrenz beinahe unscheinbar.

Am Ende war es dann beinahe ein wenig ironisch, dass die Tages-Bestzeit erreicht wurde, als eines der aerodynamisch auffälligen Teile nicht mehr am Auto war. Rubens Barrichello hatte die Nase mit den Ohren weggepackt und fuhr damit eine erste schnelle Runde. Kurz darauf packte er noch Slicks auf das Auto und wurde noch einmal schneller. Seine Bestzeit stand am Ende bei 1:18.928 und lag damit knapp sechs Zehntel über Felipe Massas Zeit vom Montag. Wie viel die Waage nach der Fahrt angezeigt hat, ist nicht überliefert.

Aber die Zeiten waren, wie bei Tests üblich, ohnehin nebensächlich. Denn sonst müsste man annehmen, dass Honda die Konkurrenz einfach so einmal um rund acht Zehntel hinter sich gelassen hat. Und die Spitze dieser Konkurrenz bildete zudem noch Giancarlo Fisichella, der seine beste Runde auch mit Slicks gefahren hatte. Bereits 1,3 Sekunden fehlten Felipe Massa im Ferrari auf die Spitze – er war nur auf Rillenreifen unterwegs. Bei den Roten hatte man sich am Dienstag aber ohnehin auf eher längere Runs konzentriert, weswegen am Ende auch satte 113 Runden zu Buche standen. Zudem wurden noch Boxenstopps geübt.

Geholfen hatte dem Brasilianer dabei auch der Umstand, dass der Tag nur von einer roten Flagge gestört wurde. Die hatte Fernando Alonso verursacht, der sich im Laufe des Nachmittags in Kurve drei gedreht hatte und das Auto abstellen musste. Ein weiteres Mal stand eine rote Flagge kurz bevor. Am Honda von Barrichello stieg Rauch auf, doch der Brasilianer konnte seinen Boliden irgendwie noch an die Box schleppen, womit die Strecke weiter befahrbar war.

Zeitlich reihte sich David Coulthard hinter Massa ein und ihm folgte im Abstand von sechs Hundertsteln Lewis Hamilton, der ebenfalls nur mit Rillenreifen gefahren war. Dabei hatte sich der Brite auf neue Aero-Teile und auch die Abstimmung für den Grand Prix in eineinhalb Wochen konzentriert. Alonso schaffte trotz seines Ausritts 118 Runden und beendete den Tag auf Position sechs – auch nach einem Verzicht auf Slicks. Nico Rosberg, Nick Heidfeld (der Vierte im slickfreien Bund) und Timo Glock beendeten den Tag auf den Positionen sieben bis neun in der Zeitenliste – was bei Tests aber eben nicht so viel zu bedeuten hat. So werden auch Michael Schumachers Zeiten am Mittwoch nicht viel zu bedeuten haben, soll der siebenfache Weltmeister doch die 2009er-Aerodynamik ausführen

Die Vorfreude bei Schumacher stimmt aber so oder so. “Ich freue mich sehr, denn gerade wenn man nur ab und zu in ein Formel-1-Cockpit steigt, ist der Fahrspaß besonders groß”, ließ er auf seiner Website wissen. Auch von dem mittlerweile bekannten Motorradsturz wird er sich nicht behindern lassen. “Neulich hatte ich mal einen blauen Zeh, aber mehr ist bisher nicht passiert. Nicht mal beim Fußball hat das gestört”, meinte er und fügte an: “Und auch gestern habe ich keinerlei Blessuren davon getragen. Mir ist klar, dass Motorradfahren nicht ganz risikofrei ist, aber ich versuche diese Risiken soweit wie möglich zu minimieren. Ansonsten halte ich es wie in der Formel 1: Man kann nicht alle Risiken ausschalten.” Neben Schumachers neuerlichem Einsatz wird am Mittwoch auch der neue Toro Rosso sein Testdebüt geben.

Für Glock ist der Test hingegen zu Ende, doch er nannte die vergangenen beiden Tage sehr positiv. “Wir haben am Morgen weiter am Setup für den Spanien Grand Prix gearbeitet und Daten von diversen Systemen gesammelt. Wir gehen in die richtige Richtung und hoffentlich hilft uns das nächste Woche”, sagte er. Bei den Slicks will er hingegen noch weiter Informationen sammeln, bevor er Genaueres dazu sagen kann. “Im Moment bin ich auf die aktuelle Situation konzentriert, vor allem auf das Rennen am nächsten Wochenende”, betonte er. Toyota Testteam-Manager Gerd Pfeiffer verriet noch, dass neben dem Setup auch an Aufhängung und Stoßdämpfern gearbeitet wurde, bevor es an die Slick-Tests ging. “Wir haben alles geschafft, was wir geplant hatten und haben wichtige Daten gesammelt.” Und darauf kommt es bei einem Test dann an.

Dieser Bericht wird in Kürze erweitert 

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