Kubica knapp an Reihe 1 gescheitert

Kein Sieg in Sicht

 

Damit hatte vor dem Wochenende niemand gerechnet: Robert Kubica fuhr im Renault auf Startplatz 3. Dabei verpasste der Pole nur knapp einen Startplatz in der ersten Reihe. Erst in letzter Sekunde schnappte ihm Lewis Hamilton den zweiten Rang weg.

Mitverantwortlich für den Formanstieg ist der neue F-Kanal, den Renault in Spa erstmals einsetzte und der vom ersten Training an gut funktionierte. “Wir waren in jeder Session in den Top-5 – unter allen Bedingungen”, betonte Kubica. “Mit dem F-Kanal scheinen wir konkurrenzfähiger zu sein.” Im Qualifying hoffte er auf Platz 3. “Bis kurz vor Ende war ich sogar Zweiter, aber ich konnte meinen zweiten Satz weiche Reifen nicht nutzen.”

Sieg außer Reichweite

 

Der Grund dafür war ein Problem mit der Benzinzufuhr, das Kubica den zweiten Run im Q3 kostete. “Das Auto ging kurz vor der Boxeneinfahrt aus und die Mechaniker mussten mich zurück in die Box schieben”, beschrieb der Pole. “Dadurch wusste ich sofort, dass ich keinen zweiten Anlauf mehr haben würde. Ich betete für Regen und es kamen auch einige Tropfen, aber nicht genug.”

Für das Rennen sieht Chefingenieur Alan Permane Kubica in einer guten Ausgangsposition. “Wir haben uns diesen Platz verdient und können um einen Podestplatz fahren”, so der Ingenieur. An den Sieg denkt Kubica aber nicht. “Ein Sieg liegt außer Reichweite, aber im Motorsport kann alles passieren. Wir werden unser Bestes geben und wollen das Maximum aus dem Wochenende herausholen.”

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Kubica bleibt bei Renault

Gemeinsam den Titel gewinnen

 

Die Gerüchteköche seufzen: Mit Robert Kubica verlieren sie eine weitere wichtige Zutat für ihre Suppen. Der Pole verlängerte am Mittwoch seinen Vertrag mit Renault bis Ende 2012 und beendete damit die Diskussionen um einen Wechsel zu Ferrari oder Mercedes GP.

“Es war eine klare Entscheidung für mich, mit dem Team weiterzumachen, wo ich mich zuhause fühle”, sagte Kubica. Für den Polen sei die richtige Atmosphäre im Team wichtig. Alle müssen an einem Strang ziehen. “Wir haben gemeinsam schon viel erreicht und ich glaube, dass wir mit viel Einsatz, Zeit und dem richtigen Ansatz noch viel mehr erreichen können.”

Renault will den Titel mit Kubica

 

Das Ziel des Teams ist es, in den kommenden Jahren wieder zum Titelanwärter zu werden. “Daran arbeiten wir hart und geben alles an jeder Front”, sagte Kubica. “Unser Ziel ist es, in den nächsten beiden Jahren zum Titelkandidaten zu werden”, bestätigte Teamchef Eric Boullier, der sich über das Vertrauen seines Fahrers in die Mannschaft freut. “Es gab viele Gerüchte in den letzten Wochen, die ein Tribut an seine Leistungen in diesem Jahr waren. Wir sind sehr glücklich, dass er einen mehrjährigen Vertrag unterzeichnet hat.”

Um die hohen Ziele zu erfüllen, benötige das Team einen Fahrer vom Kaliber Kubicas. “Jemanden, der schnell ist, absolut entschlossen und keine Fehler macht”, betonte Boullier. “Seine Leistungen in der ersten Saisonhälfte 2010 waren fehlerfrei und wir hoffen, dass wir in Zukunft gemeinsam Großes erreichen können.”

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Vitaly Petrov

Keine Fehler erlauben

Vitaly, während des Grand-Prix-Wochenendes in Valencia hast Du Höhen und Tiefen erlebt. Was konntest Du an posi¬tiven Dingen für dich mitnehmen?

Vitaly Petrov: Auch auf dem spanischen Stadtkurs haben wir wieder viele neu entwickelte Teile für unseren Renault R30 erhalten, dadurch fühlte sich das Auto ganz anders an als zuvor und ich musste meinen Fahrstil diesen Veränderungen anpassen. Im Qualifying schaffte ich es erfreulicherweise erneut bis in die Runde der besten Zehn – konnte mich dort aber nicht weiter verbessern, da ich keinen weiteren Satz frischer Reifen mehr besaß. Zu Beginn des Rennens wollte ich nicht zu viel riskieren und bin nur mit Glück der Kollision mit den Force India-Piloten entgangen, die sehr aggressiv gestartet sind. Für mich zählt hauptsächlich, dass ich die volle Distanz absolvieren konnte und das Ziel erreicht habe. Dies kommt meiner Lernkurve und meinem Erfahrungsschatz sehr zugute. Jeder weiß, wie schwierig es in Valencia ist, zu überholen. Ich folgte Pedro de la Rosa lange wie ein Schatten und habe auf einen Fehler von ihm gewartet – doch als er sich dann wirklich einen Patzer leistete, war ich nicht nah genug dran, um davon zu profitieren.

Nach den ersten neun Formel-1-Rennen Deiner Karriere: Welche Bilanz ziehst Du am Ende des ersten Halbjahres?

Vitaly Petrov: Es ist sehr schwierig, meine Gefühle auf den Punkt zu bringen – dafür ist in den vergangenen sechs Monaten einfach zu viel passiert. In der Formel 1 muss ich auch weiterhin viel lernen, aber ich spüre, wie ich von Rennen zu Rennen immer besser werde und von Mal zu Mal effizienter mit dem Team und meinen Ingenieuren zusammenarbeite. Der Konkurrenzdruck in der Formel 1 ist einfach riesig. Dabei begeistert es mich immer wieder zu sehen, mit welchem Ehrgeiz und welchem Aufwand unser Rennstall den Renault R30 von Rennen zu Rennen weiter verbessert. Mir ist klar, dass Robert Kubica und ich für den Rest der Saison vor allem ein Ziel verfolgen müssen: Mercedes in der Konstrukteurswertung noch abzufangen. Dies ist ganz klar die Aufgabe, die sich das ganze Team gestellt hat.

Den Grand-Prix-Kurs von Silverstone kennst Du noch aus Deiner GP2-Zeit. Allerdings hat sich das Strecken-Layout über den Winter deutlich verändert. Glaubst Du, die neue “Arena”-Sektion stellt Euch vor eine neue Herausforderung?

Vitaly Petrov: Schwierig zu sagen. Das werden wir ganz genau erst dann wissen, wenn wir dort die ersten Runden mit dem Formel-1-Rennwagen gefahren sind. Vom Gefühl her rechne ich damit, dass die neue Sektion einfach nur die Runde verlängert, nicht aber den Charakter der Strecke ändert. Schon bislang war es aufgrund der vielen schnellen Kurven sehr schwierig, in Silverstone zu überholen. Daran wird sich wohl nicht viel ändern – auch wenn es jetzt einige zusätzliche Geraden gibt. Mal sehen, ob die lang genug sind, um Ausbremsmanöver zu erlauben.

Mit welcher Taktik nimmst Du den Großen Preis von England in Angriff?

Vitaly Petrov: Als Erstes müssen wir abwarten, wie jene Modifikationen einschlagen, die wir auch in Silverstone wieder neu dabei haben werden und die die Fortentwicklungen von Valencia ergänzen – immerhin unterscheiden sich beide Rennstrecken in puncto Charakteristik doch sehr. Eben weil das Überholen dort so schwierig ist, kommt es umso mehr darauf an, das Potenzial unseres Autos im Qualifying bestmöglich auszuschöpfen. Für mich bedeutet dies, dass ich mir keine Fehler erlauben darf und es möglichst bis ins Zeitfahren der schnellsten Zehn schaffen sollte – dies wäre für das Rennen die beste Ausgangslage. Zumal es für unsere Kollegen im Chassis-Workshop Enstone der Heim-Grand Prix ist. Das motiviert uns natürlich zusätzlich.

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Renault greift Mercedes an

Neuer Anlauf

 

Renault ist eine der positiven Überraschungen der Saison. Bei der Präsentation des neuen Autos herrschte noch Skepsis. Die neue Teamführung und das neue Auto warfen viele Fragezeichen auf. Die erste Saisonhälfte hat bewiesen: Renault ist ein konstanter Punkteanwärter mit Chancen auf mehr.

“Es wird sehr schwierig, die letzten Zehntel auf die Spitze zu finden, aber ich glaube, dass wir zufrieden und stolz sein können, was wir bislang erreicht haben”, sagt Robert Kubica. Bereits seit einigen Rennen fechtet Renault ein kleines Privatduell gegen Mercedes GP aus.

“Ich erwarte, dass dies den Rest der Saison so bleibt”, sagt Teamchef Eric Boullier. “Sie sind ein sehr starker Gegner und es wäre falsch, sie zu unterschätzen.” Um Mercedes zu schlagen, müsse das Team hart arbeiten. Aber das bleibt das Ziel. “In Valencia fehlte ihnen etwas an Performance, was überraschend war, aber ich glaube nicht, dass sie sich bei jedem Rennen unter Wert schlagen werden”, glaubt Boullier.

Neue Voraussetzungen

 

Mit einigen neuen Updates soll der Renault beim nächsten Rennen in Silverstone noch konkurrenzfähiger sein. “Ich hoffe, dass wir damit viele Punkte holen können”, sagt Boullier. Für Kubica ist die Lage auf der umgebauten Strecke schwierig einzuschätzen. “Es wird interessant sein zu sehen, ob uns die Veränderungen vom letzten Rennen Vorteile im Highspeed-Teil bringen.”

In diesem Jahr hänge viel von der Streckencharakteristik ab und wie sie zum Auto passe. “Wir waren im Qualifying in Valencia sehr nah an Ferrari dran”, erinnert Kubica. “Obwohl wir nicht 100 Prozent zufrieden waren, wie es gelaufen ist.” Im Rennen habe er eine leicht schlechtere Pace gehabt als Felipe Massa. “Silverstone hat eine ganz andere Charakteristik als Valencia oder Kanada”, betont Kubica. Das letzte Mal sei man in Istanbul auf einer ähnlichen Strecke gefahren. “Seitdem gab es viele Updates an den Autos, auch an unserem, also warten wir ab.”

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Kubica bereit zu Renault-Verlängerung

Räikkönen ein Thema für Lopez

 

In Valencia hatte Robert Kubica angekündigt, bald eine Entscheidung über seine Zukunft treffen zu wollen, nun soll er sich schon entschieden haben. Laut Autosport ist der Pole bereit, sich langfristig an Renault zu binden, solange das Team beweisen kann, dass die Finanzierung und die technischen Möglichkeiten einen Kampf um die Weltmeisterschaft zulassen. So will er in seinem Vertrag Garantien haben, dass der Rennstall das nötige Geld haben wird, um in den kommenden zwei Jahren mit der Konkurrenz um den Titel zu kämpfen.

Und die finanzielle Situation soll kurz davor stehen, um einiges angenehmer für Renault zu werden, da die Zusammenarbeit mit einem großen Hauptsponsor kurz vor der Vertragsunterzeichnung stehen soll – angeblich soll es sich dabei um MasterCard handeln. Die finanziellen Aussichten durch den Deal sollen sogar so gut sein, dass Teambesitzer Gerard Lopez einigen leitenden Mitarbeitern der Mannschaft gesagt hat, sie sollen in den kommenden Monaten bei Kimi Räikkönen nachfragen, ob er an einer Formel-1-Rückkehr mit Renault interessiert wäre.

Ein weiterer Einjahres-Vertrag von Renault mit Kubica dürfte sich aufgrund der Fahrer-Situation bei den Spitzenteams ohnehin kaum vermeiden lassen, sollte es aber wirklich sehr gute Rahmenbedingungen geben, würde er sich eben gleich länger binden. Teamchef Eric Bouller meinte: “Wir wollen ihn definitiv und wir haben gesprochen – jetzt liegt es an uns, zu zeigen, dass wir die Ambitionen haben und dass wir die Mittel haben, um ambitioniert zu sein. Wenn wir das tun, dann bin ich mir sicher, er wird bleiben. Wenn er nicht bleiben will, dann wird er gehen, so einfach.” Dass andere Teams an Kubica interessiert sind, wunderte Boullier nicht.

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