Baguette sucht F1-Cockpit

Es gibt noch Chancen

 

Seit Donnerstag ist das Fahrerfeld für die Formel-1-Saison 2010 endlich komplett. Der Belgier Bertrand Baguette erhielt einen Platz, noch nicht mal als Testfahrer. “Aber ich komme definitiv nach Bahrain, um mich bei den Teambossen vorzustellen”, sagte der Champion der Renault World Series der belgischen Tageszeitung De Morgen.

Baguette durfte im letzten Jahr für Renault und BMW Sauber testen und ist davon überzeugt, dass sich im Laufe des Jahres sicher einige Chancen ergeben werden. “Ich arbeite mit meinem Manager Rick Gorne daran, ein ausreichendes Budget zu haben.” Jetzt hofft er auf die Unterstützung belgischer Unternehmen. “Ideal wäre ein Start beim Belgien GP und danach die Saison zu beenden.”

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Rosberg fährt Bestzeit in Barcelona

Leichter Regen

 

Nur noch sieben Stunden am Sonntag, dann ist die Saisonvorbereitung vorbei. Am vorletzten Testtag vor Bahrain erlebten die elf anwesenden Teams einen durchwachsenen Tag – nach einem trockenen Beginn, fiel immer wieder etwas Regen. Die Bestzeit fuhr Nico Rosberg im Silberpfeil bereits vor den ersten Tropfen.

Mit einer Zeit von 1:20.686 Minuten setzte er sich mit sieben Zehnteln Vorsprung gegen Sebastien Buemi und Jenson Button auf den Plätzen 2 und 3 durch. Rosbergs Zeit war allerdings einen Tick langsamer als die bisherige Wochenbestzeit von Nico Hülkenberg, der am Freitag 1:20.614 Minuten gefahren ist. Alle Fahrer hinter Button hatten mehr als eine Sekunde Rückstand auf Rosberg. Platz 4 ging an Rubens Barrichello vor Felipe Massa, Vitaly Petrov im Renault und Adrian Sutil im Force India. Sebastian Vettel beendete den Tag als Achter.

Ab in den Kies

 

Der vorletzte Testtag vor dem Saisonstart begann mit einer roten Flagge: Nach knapp 20 Minuten blieb Jenson Button in seinem McLaren Mercedes MP4-25 in Kurve 11 stehen. Das Team beruhigte jedoch, es habe sich nur um ein kleineres, mechanisches Probleme gehandelt. Kurz darauf setzte der Regen ein und Kamui Kobayashi war der erste Fahrer, der mit seinem Sauber durch das Kiesbett pflügte – allerdings ohne Folgen für ihn und das Auto. Nur die Mechaniker bekamen etwas mehr Säuberungsarbeiten verordnet.

Schlechter löste die Aufgabe Rubens Barrichello, der kurz vor 12:00 Uhr in Kurve 5 mit seinem Williams voll ins Kiesbett abflog, darin stecken blieb und auf dem Transporter zurück an die Box kam. Jarno Trulli schleppte seinen Lotus aus eigener Kraft zurück zum Team, aber auch am T127 mussten die Mechaniker danach die Putzlappen auspacken. “Kleiner Abflug von Jarno”, teilte Mike Gascoyne mit. “Wir säubern das Auto und fahren dann die letzten 25 Runden unseres Runs zu Ende.”

Nico Rosberg konnte seinen letzten Run nicht beenden. Der Deutsche blieb rund 40 Minuten vor Testende mit einem technischen Defekt auf der Strecke stehen. Kaum war die Bahn wieder freigegeben, tat es ihm Toro Rosso Pilot Sebastien Buemi gleich – auch er rollte in den letzten Kurven auf der Bahn aus und löste die vierte Rotphase des Tages aus. Den Schlusspunkt setzte wenige Minuten vor 17:00 Uhr Rubens Barrichello, der in seinem Williams Cosworth FW32 die letzte rote Flagge verursachte.

Der Testtag wurde immer wieder von leichtem Regen begleitet. Renault reagierte deshalb schon am Vormittag auf die Wetterbedingungen und passte das Programm an: Die Qualifyingsimulation wurde am Nachmittag verkürzt, danach sollte so viel wie möglich von einer Renndistanz abgespult werden. Virgin Racing verpasste mal wieder einige Zeit wegen technischer Probleme. So entdeckten die Mechaniker in der Mittagspause ein Leck im Benzinsystem, das danach zeitintensiv geflickt werden musste.

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Alonso

Auf Ferrari achten

 

In den ersten drei Testwochen mit dem neuen Ferrari verhielt sich Fernando Alonso ruhig. Trotz dreier Bestzeiten in der ersten Testwoche in Valencia versuchten der Spanier und seine Teamverantwortlichen die Euphorie zu bremsen. Noch wisse man nicht, wo man stehe. Selbst die Wochenbestzeiten von Mark Webber und Jenson Button am Freitag und Samstag irritierten den Doppelweltmeister nicht. Da habe jemand die Muskeln spielen lassen, mehr nicht.

“Es gibt keinen Grund, pessimistisch zu sein”, betonte Alonso in der AS. “Der Ferrari ist bereits das beste Auto, das ich jemals hatte.” Nur habe die Scuderia noch nicht an Qualifying-Simulationen gearbeitet, das stehe für Barcelona auf dem Programm.

“Red Bull, McLaren und Renault waren schnell und haben ihre Karten aufgedeckt”, glaubt der Ferrari-Neuzugang. “Andere halten sich noch bedeckt. Wenn ich bei einem anderen Team wäre, würde ich auf Ferrari schauen, denn bislang läuft alles sehr gut.”

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Christian Klien

Lieber Nägel mit Köpfen

Christian, in 33 Tagen findet der erste Formel 1-Grand Prix der neuen Saison statt. Wie stehen Deine Chancen, dabei zu sein?

Christian Klien: Wir sind in Gesprächen mit Teams, die ein Cockpit anbieten können. Die teaminternen Strukturen verzögern mancherorts die Entscheidungen. Zudem ist der Fahrermarkt ist so sehr in Bewegung wie seit Jahren nicht. Aber die Chancen sind intakt.

Warum hat bei den bisherigen Verhandlungen kein Renncockpit heraus geschaut?

Christian Klien: Weil ich ganz offensichtlich beim Gesamtpaket aus Speed und Erfahrung, geografischem Marktwert, und wirtschaftlichen Komponenten wie Sponsorpartner ein weniger gutes Gesamtpaket anbieten kann als andere Fahrer. Niemand macht mehr ein Geheimnis draus, dass der “Wirtschaftsfaktor” eines Fahrers in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation ein großer Wettbewerbsvorteil ist. Das soll aber nicht heißen, dass z.B. Pedro de la Rosa oder Vitaly Petrov nicht auch hervorragende Rennfahrer sind.

Wie knapp dran warst Du an den beiden erwähnten Cockpits?

Christian Klien: Man muss sich nur ansehen, wann die Fahrerpaarungen jeweils bekanntgegeben wurden. Sauber war mein erster Ansprechpartner, da ich dort zwei Jahre als Test- und Ersatzpilot jeden Winkel im Werk in Hinwil kennengelernt habe. Peter Sauber war immer völlig offen und hat mir auch über wirtschaftlichen Komponenten keine Illusionen gemacht. Ich schätze ihn sehr. Er hat sich bis zum letzten Moment Zeit gelassen mit der Fahrerentscheidung. Mit Renault war ich bis 24 Stunden vor der Fahrer-Entscheidung auf der Fahrer-Shortlist. Hier kann man wirklich von einer Last-Minute-Entscheidung sprechen. Der zweite Fahrer wurde erst am Morgen der Autopräsentation fixiert. Die Entscheidung war für das Team offensichtlich nicht einfach.

Jetzt sind noch zwei Teams an der Restplatzbörse, an deren Teilnahme sogar Bernie Ecclestone vor einiger Zeit noch Zweifel hegte…

Christian Klien: Es ist eine völlig andere Formel 1, in der die Konzerngiganten wieder Seite an Seite mit kleinen Teams kämpfen, die mit geringen Mitteln, aber umso mehr Enthusiasmus ans Werk gehen. Es ist offensichtlich, dass nur noch wenige Renncockpits bzw. interessante Ersatzfahrercockpits verfügbar sind. Ich kann aber im Interesse der Verhandlungen keine weiteren Details darüber preisgeben. Die Möglichkeiten sind limitiert und die Ausgangslage schwierig. Solange ich aber realistische Chancen sehe, werde ich um eine Teilnahme an der F1 kämpfen.

Wäre ein weiteres Jahr als Testfahrer noch eine Option?

Christian Klien: Das Ziel heißt ganz klar: Rennen fahren. Ich war jetzt drei Saisonen lang Testfahrer. Ich habe in großen Werksteams viel an Erfahrung dazu gewonnen. Aber ich bin rennhungrig. Dennoch würde ich eine Testfahrer-Rolle nicht komplett ausschließen. Mein ehemaliger Teamkollege Nick Heidfeld hat gerade bei Mercedes angedockt. Mit seinem Karriereverlauf müsste er eigentlich ein sicheres Renncockpit haben. Im vergangenen Jahr haben 50% der Teams während der Saison auf ihren dritten Mann zurückgegriffen. So falsch muss das also nicht sein, wie man z.B. bei Liuzzi oder jetzt eben de la Rosa gesehen hat. Und Pedro ist zehn Jahre älter als ich. Noch ein Jahr als Ersatzmann wäre nicht die ultimative Katastrophe. Obwohl der Job durch das Testverbot seinen Reiz etwas eingebüßt hat.

Gibt es Kontakte außerhalb der Formel 1?

Christian Klien: Es gab natürlich Anfragen seit meinen Renneinsätzen bei den Le Mans-Prototypen. Die zwei Jahre Rennsport im Prototyp-Sportwagen, parallel zur F1-Testfahrerposition bei BMW-Sauber haben meine Rennerfahrung klar erweitert und in Schuss gehalten. Diese Autos mit ihren 700 PS und über 350 km/h Spitze sind heute sehr nahe an der Formel 1 dran. Es hat von Beginn an alles gepasst und es war fantastisch, im vergangenen Jahr mit dem Peugeot 908 das legendäre 1000 km Rennen von Spa zu gewinnen. Mein Focus ist im Moment ganz klar auf die Formel 1 ausgerichtet. Le Mans kollidiert zudem vom Termin her dieses Jahr mit der Formel 1. Also konnte ich keine Zusage für einen Le Mans-Einsatz machen.

Wann wird eine Entscheidung fallen?

Christian Klien: Wenn es nach mir geht, lieber heute als morgen. Der Fahrer in so einer Situation nur einer von vielen Beteiligten und kann daher den Zeitpunkt der Entscheidung nicht beeinflussen. Ich danke auf jeden Fall allen für die Geduld. Mir wären Nägel mit Köpfen auch lieber. Die Formel 1-Spielregeln bedingen aber auch, dass über ungelegte Eier nicht geredet wird – aus Rücksicht auf die Teaminteressen, sowie deren Sponsoren und Partner.

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Alonso Schnellster am Abschlusstag

Schumacher mit Hydraulikproblem

 

Vier Weltmeister sind in diesem Jahr in der Formel 1 aktiv: Jenson Button, Fernando Alonso und Michael Schumacher gaben sich am Mittwoch ein munteres Stelldichein auf der Teststrecke in Valencia. Der Vierte im Bunde, Lewis Hamilton, war schon am Dienstag im Testeinsatz.

Am letzten Testtag lieferten die Piloten noch einmal beste Action für die Fans: Fernando Alonso und Jenson Button duellierten sich für einige Runden, der Spanier hing zur Freude der spanischen Fans im viel zitierten Diffusor des McLaren. Erst nach einigen Umläufen steckte Button zurück und Alonso ging vorbei. 36.400 Fans auf den Tribünen jubelten ihrem Star in Rot zu. An allen drei Tagen kamen sogar 59.100 Zuschauer an die Teststrecke – das sind mehr als an so manchem Rennwochenende. Die Folge: Am Mittwochvormittag gab es vier Kilometer Stau vor der Strecke.

Das erste Duell des Tages lieferten sich Pedro de la Rosa und Nico Hülkenberg. Der Spanier im Sauber wollte innen am deutschen Williams-Piloten vorbeigehen, es kam zur Berührung und der dritten roten Flagge der Testwoche. De la Rosas C29 blieb an der Strecke stehen und musste in der Box am Frontflügel, der Motorabdeckung und dem Unterboden repariert werden. Dem Speed des Spaniers und des wohl am seltsamsten benannten F1-Autos aller Zeiten, des BMW Sauber C29 Ferrari, tat das keinen Abbruch. Er belegte hinter seinem Landsmann Alonso Platz 2 der Zeitentabelle – damit stand an allen drei Tagen ein Ferrari vor einem BMW Sauber an der Spitze.

Schumacher mit Hydraulikproblem

 

Den dritten Rang schnappte sich Michael Schumacher, der seinen ersten vollen Testtag mit dem Mercedes GP MGP W01 nach 82 Runden vorzeitig beenden musste – es gab ein Hydraulikproblem an seinem Silberpfeil. Mit einer Zeit von 1:12.438 Minuten setzte er das teaminterne Duell gegen Nico Rosberg fort: Nachdem Rosberg am Dienstag schneller gefahren war als Schumacher am Montagnachmittag, legte der Rekordchampion noch einmal nach und unterbot abermals Rosbergs Zeit. Auf die Bestzeit von Alonso fehlte Schumacher jedoch knapp eine Sekunde.

Die spanische Glückseligkeit komplettierte Jaime Alguersuari im neuen Toro Rosso. Der jüngste GP-Starter aller Zeiten fuhr hinter Schumacher auf den vierten Platz. Toro Rosso ließ die technischen Probleme des ersten Tages hinter sich. Bereits am Dienstag konnte Sebastien Buemi ohne Getriebeprobleme viele Runden fahren, daran knüpfte Alguersuari am Schlusstag an.

Für Jenson Button endete der erste Arbeitstag in seinem neuen Auto auf dem 5. Platz. Damit ließ er nur den Russen Vitaly Petrov und Nico Hülkenberg hinter sich. Petrov absolvierte nicht nur seinen ersten Test für Renault, sondern überhaupt seine allererste Fahrt in einem Formel-1-Auto. Der fleißigste Fahrer des Tages war Hülkenberg: Deutsche spulte über 120 Runden im FW32 ab. Die Boliden zeigten sich aber insgesamt äußerst zuverlässig. Wie an den Vortagen gab es nur eine einzige Testunterbrechung.

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