FIA-Gala

Button erhält WM-Pokal

 

Am Freitagabend war es so weit: Jenson Button trat noch einmal offiziell als Fahrer von Brawn GP auf und holte sich zusammen mit seinem Ex-Teamchef Ross Brawn, Sebastian Vettel und Rubens Barrichello die Siegerpokale für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 ab.

“Ich fühle mich geehrt, hier in Monaco zu sein, die Weltmeistertrophäe abzuholen und meinen Namen neben all den berühmten Rennlegenden der Vergangenheit darauf eingraviert zu lesen”, sagte Button. “Der Rennsport ist Teil meines Lebens seit mein Vater mir mit 8 Jahren mein erstes Go-Kart gekauft hat. Meinen Traum erfüllt zu haben, Weltmeister zu sein, macht mich unglaublich stolz.”

Seine Saison bezeichnete er als fantastisch. “23 Tage vor Saisonbeginn wussten wir noch nicht mal, ob wir beim ersten Rennen dabei sein würden und jetzt bin ich Weltmeister und das Team hat die Konstrukteurs-WM gewonnen. Das haben sich alle verdient.”

Ehre für Brawn & Vettel

 

Ross Brawn freute sich ebenfalls über die Auszeichnung für die Arbeit seiner Mannschaft. “Es war ein unglaubliches Jahr für Brawn GP. Wir haben das Trauma der Wintermonate überwunden, es zum ersten Rennen geschafft, acht Siege sowie den Fahrer- und den Konstrukteurstitel in unserem ersten Jahr gewonnen. Daran hätte vor Saisonbeginn niemand geglaubt.” Nun erwarte ihn und das Team als Mercedes-Werksmannschaft eine neue Aufgabe. “Wir freuen uns darauf, Mercedes-Benz in der Königsklasse des Motorsports zu vertreten und nehmen die Herausforderung an, unseren Titel in der nächsten Saison zu verteidigen.”

Sebastian Vettel möchte das 2010 verhindern. In Monaco nahm er dieses Jahr noch den Pokal für den Vizeweltmeister entgegen, immerhin war er mit 22 Jahren der jüngste WM-Zweite der Formel-1-Geschichte. “Es ist eine große Ehre für mich, hier in Monaco bei der FIA-Gala zu sein und diesen Preis zu erhalten”, sagte Vettel. “Als Sportler ist es niemals dein Ziel, Zweiter zu werden, aber wir können trotzdem mit diesem tollen Ergebnis zufrieden sein. Es war eine fantastische Saison für das Team – die beste überhaupt. Wir sind stolz auf das, was wir erreicht haben und motiviert, im nächsten Jahr noch besser abzuschneiden.”

Preise für Barrichello, Abu Dhabi & FOM

 

Rubens Barrichello holte sich in Monaco seinen vierten Pokal für WM-Rang 3 ab. “Es war eine tolle Saison für alle bei Brawn GP”, sagte der 288-fache GP-Teilnehmer. “Das Jahr hat viel Spaß gemacht und wird mir immer in Erinnerung bleiben. Ich bin sehr froh, dass ich mit meinen Siegen in Valencia und Monza und meinen Podest- und Punkteplatzierungen meinen Teil zum Titelgewinn beigetragen habe – es war eine meiner stärksten Saisons in der Formel 1. Das Team war das gesamte Jahr über klasse, entwickelte ein Auto, mit dem ich auf die Siegerstraße zurückkehren konnte und behielt auch in schwierigen Zeiten seinen Glauben. Wir verdienen den Erfolg, es war ein echtes Privileg Teil eines so starken Teams gewesen zu sein.” 2010 fährt Barrichello für Williams.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden in Monaco der beste Rennveranstalter und die beste TV-Übertragung des Jahres. Beide Preise hatten mit dem Großen Preis von Abu Dhabi zu tun. Die Race Promoters’ Trophy ging an die Veranstalter des Abu Dhabi Grand Prix, der zum ersten Mal auf der hypermodernen Rennstrecke auf Yas Island ausgetragen wurde. Die Television Trophy erhielt die Formula One Management, welche die spektakulären Bilder vom ersten Tag-Nacht-Rennen der F1-Geschichte produzierte.

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Freie Fahrt für Hamilton und Button

Vorbereitung ist alles

McLaren hat für die kommende Saison eine der stärksten Fahrerpaarungen, zumindest was die Theorie und die Weltmeistertitel der letzten beiden Jahre betrifft. Doch die Stimmen bleiben weiter skeptisch, so war Rubens Barrichello ehrlich überrascht, dass Jenson Button Brawn verließ und zudem das Wagnis eingeht, ab 2010 neben Lewis Hamilton zu fahren.

Teamchef Martin Whitmarsh sieht das alles natürlich anders und betont, dass eine solche Fahrerpaarung gut für das Team sei, trotz der Lehren, die McLaren vielleicht aus dem Experiment Lewis Hamilton- Fernando Alonso ziehen hätte können.

“Lewis und Jenson sind beide Weltmeister, sie wissen was man braucht, um zu gewinnen und ich bin sicher, dass beide hoch motiviert sein werden”, sagte Whitmarsh zum Independent. “Sie werden sich gegenseitig zu Höchstleistungen treiben. Mein Job ist es diese Rivalität für uns positiv zu nutzen. Wir sind sicher, dass wir in der Lage sein werden, die Anforderungen von zwei Top-Fahrern zu erfüllen.”

Whitmarsh reagiert gelassen auf die Meinungen anderer Teams und Formel 1-Experten, der Brite meint es sei schön ein solches ‘Fahrerproblem’ zu haben, wie derzeit McLaren. “Wir haben zwei sehr konkurrenzfähige Fahrer, beide wissen was Teamarbeit ist. Sie sind da, um gegeneinander anzutreten. Die einzige Anweisung, die sie von mir erhalten werden ist sich gegenseitig auf der Strecke zu respektieren. Ansonsten haben sie freie Fahrt.”

Dennoch wird es kein Spaziergang für Jenson Button, denn Lewis Hamilton ist seit Teenager-Tagen mit dem McLaren Team involviert, er kennt das Auto und es ist auf seine Bedürfnisse abgestimmt.

“Wir beziehen unsere Fahrer immer mit in die Entwicklung ein. Das Beste was wir tun können, ist Jenson so früh wie möglich zu zeigen was wir tun, alles auszuwerten, Fragen zu stellen und Vorschläge zu unterbreiten. Vorbereitung ist alles, das hat Lewis bereits 2007 bewiesen.”

“Einer der wichtigsten Punkte wird sein Jenson an unsere Arbeitsprozesse zu gewöhnen, aber es sollte nicht zu schwer sein, bei jemanden mit seiner Erfahrung.”

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Button wurde durchgeschüttelt

Barrichello will kämpfen

 

In den Freien Trainings lief es für Brawn GP nach Plan. Jenson Button und Rubens Barrichello konnten mit den Spitzenzeiten von Lewis Hamilton mithalten. Im Qualifying mischten McLaren und Red Bull dann aber in einer anderen Liga mit. “Unser Auto ist noch sehr konkurrenzfähig, aber die Red Bull und McLaren scheinen vor uns zu sein”, gestand Barrichello, der sich als Vierter für das letzte Saisonrennen qualifizierte.

“Es war ein gutes Qualifying”, sagte er. “Das Auto scheint sich gegen Ende des Tages bei kühleren Temperaturen zu verbessern, also können wir hoffen, dass uns die Streckenbedingungen morgen entgegen kommen.” Der Kampf gegen Sebastian Vettel um Rang 2 der Fahrer-WM ist offen. “Ich werde Vollgas für das beste Ergebnis geben.”

Starke Vibrationen

 

Jenson Button hat seinen WM-Titel bereits in der Tasche. Entsprechend entspannt kann er mit dem fünften Startplatz umgehen. “Das Auto fühlte sich das gesamte Wochenende über gut an”, analysierte er. Aber im Q3 mit mehr Sprit und neuen Reifen bekam er extreme Vibrationen. “Immer wenn ich auf die Bremse trat, hatte ich massive Vibrationen, die das Lenkrad durchschüttelten.”

Auf einer so glatten Strecke wie dem neuen Kurs in Abu Dhabi sei das alles andere als gut. “Das führt sofort zu Untersteuern, wodurch das Auto sehr schwierig zu fahren ist”, erklärt Button. “Das ist frustrierend, weil wir das Potenzial für eine bessere Leistung hatten. Wir hätten hinter Lewis [Hamilton] um die erste Reihe fahren sollen.”

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Button feierte alleine

Alles verarbeiten

“Ich bin Weltmeister, Baby!” Jenson Button war nach der Zieldurchfahrt in Sao Paulo außer sich vor Freude. Im vorletzten Rennen sicherte er sich entgegen aller Annahmen von Startplatz 14 vorzeitig seinen ersten Weltmeistertitel. Eigentlich hätte er noch in der Nacht zurück nach Europa fliegen müssen, um dort einen Sponsorentermin abzuhalten, doch sein Teamkollege Rubens Barrichello erlaubte dem neuen Champion am Montag mit seinem Privatflieger zurückzufliegen.

Besonders lange genoss Button die WM-Party nicht, nach 45 Minuten auf der Feier des Teams setzte er sich auf sein Hotelzimmer ab. “Die meisten Fahrer haben eine absolut verrückte Nacht, wenn sie Weltmeister werden. Aber jeder feiert anders und für mich war es das Beste, einfach alleine in Ruhe auszuspannen. Es war perfekt.”

So kehrte Button auf sein Hotelzimmer zurück und ließ das Erlebte noch einmal Revue passieren. “Ich war bis vier Uhr wach und lag nur mit einem breiten Grinsen im Gesicht im Bett.” Er wollte nur darüber nachdenken, was er erreicht hat. “Ich habe nur rund drei Stunden geschlafen. Mehr konnte ich nicht. Ich wollte wach sein, um es zu genießen. Ich wachte alle Stunde mit einem Grinsen auf.”

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Qualifying

Barrichello auf Pole, Vettel auf 16

 

Die Fans mussten lange warten, erst nach 160 Minuten stand der Pole-Setter für den Großen Preis von Brasilien fest. Dafür wurden die Fans mit einem Herzschlagfinale mit Bestzeitverbesserungen im Sekundentakt belohnt. Das beste Ende hatte Rubens Barrichello für sich: Der WM-Anwärter fuhr in 1:19.576 Minuten die schnellste Zeit des dritten Qualifyings, das wegen einiger Unfälle und starker Regenfälle mit starker Verspätung beendet wurde.

Im entscheidenden Qualifying setzte sich Barrichello gegen Mark Webber und Adrian Sutil durch. Die drei Piloten fuhren als einzige eine Zeit unter 1:20 Minuten. Barrichellos WM-Rivalen Jenson Button und Sebastian Vettel erlebten eine frustrierende Qualifikation. Button startet nur von Platz 14, Vettel sogar nur von 16. Hinter Barrichello, Webber und Sutil reihten sich Jarno Trulli, Kimi Räikkönen und Sebastien Buemi ein. Die Top10 komplettierten Nico Rosberg, Robert Kubica, Kazuki Nakajima und Fernando Alonso.

Frühes Aus für Vettel

 

Der Regen forderte im ersten Qualifying gleich mehrere namhafte Opfer: Neben den beiden McLaren von Heikki Kovalainen und Lewis Hamilton schieden auch Nick Heidfeld und Giancarlo Fisichella aus. Der Italiener blieb mit seinem Ferrari schon zu Beginn des Trainings nach einem Dreher im Senna S stehen und war damit raus.

Die größte Enttäuschung des ersten Qualifyings war Sebastian Vettel: Der WM-Anwärter scheiterte als 16. am Weiterkommen ins Q2 und stapfte schwer enttäuscht aus der Box. Trotz mehrer Anläufe schaffte es Vettel nicht, eine Rundenzeit zu erzielen, die ihm Platz 15 oder besser ermöglichte.

Der enttäuschte Vettel begründete sein Ausscheiden mit dem Wetter: “Es war nicht allzu schlecht, es hat auch nicht allzu viel gefehlt, alle lagen eng beieinander. Als endlich freie Bahn hatte, war aber zu viel Wasser auf der Strecke. Ein, zwei Zehntel wären noch drin gewesen, das wäre genug gewesen.” Jetzt beginnt er das Rennen von Startplatz 16.

“Daraus müssen wir das Beste machen”, so Vettel. “Ich bin heute mehr geschwommen, als Auto gefahren – ich habe meinen Freischwimmer gemacht. Die Bedingungen waren zum Teil sehr kritisch und die Strecke hatte nur ein Fenster, wo es am schnellsten ging – da waren wir leider im Verkehr, am Schluss als ich freie Bahn hatte, war das Wasser im Weg. Wir starten von ziemlich weit hinten, ich hoffe jetzt, dass es im Rennen drunter und drüber geht und wir nach vorne gespült werden.”

WM-Spitzenreiter Jenson Button machte es nur unwesentlich besser: Der Brite schaffte zwar den Sprung ins Q2, kam nach der langen Regenunterbrechung jedoch nicht ins dritte Qualifying. Button schied als 14. in Q2 aus und startet somit nur zwei Plätze vor Vettel. “Die erste Session war okay, da hatten wir eine vernünftige Pace”, sagte Button. “Dann habe ich alles gegeben, aber es hat nicht gereicht, wir waren zu langsam. Die Reifen haben abgebaut, es gab keinen Grip. Es war sicherlich ein Fehler, nicht mehr auf Intermediates gefahren zu sein.”

Noch mehr Enttäuschte

 

Nick Heidfeld erklärte sein frühes Ausscheiden so: “Wir sind mehr aufgeschwommen als gefahren. Mein Hauptproblem war, dass ich mit dem Auto nicht hoch genug war. Ich bin aufgeschwommen”, klagte er. “Ich hatte nicht gedacht, dass es so nass sein würde. Wir wussten, dass es regnen würde, aber dass es so extrem wird, hätte ich nicht gedacht.”

Lewis Hamilton beklagte sich über die Bedingungen. “Eine schwache Leistung, natürlich, aber das das Auto war einfach unfahrbar auf der Gerade”, sagte der McLaren-Pilot, der nur Platz 18 belegte. “Es war so schwer für Heikki und mich, es auf der Strecke zu halten und ich hatte auch noch den Ausrutscher, weil ich versucht habe, doch noch mal was herauszuholen. Unser Auto ist nicht für Regen abgestimmt.”

Auch Norbert Haug war enttäuscht. “Eine herbe Enttäuschung: Wir waren gestern im Trockenen voll konkurrenzfähig – heute im Nassen war’s das krasse Gegenteil – unsere Autos lagen für diese Wassermassen vielleicht zu tief und sind deshalb mehr gesurft als gefahren. An unseren Fahrern lag’s sicher nicht.” Auch zu Vettels frühes Aus äußerte sich der Mercedes-Motorsportchef: “Für Sebastian tut mir es außerordentlich leid – ein Jammer – aber es war bestimmt kein Fahrerproblem. Kopf hoch – solche Rückschläge machen einen sehr Guten nur noch besser.”

Giancarlo Fisichella war das erste Opfer des Qualifyings. Er beurteilte die Bedingungen als zu gefährlich. “Es war überall gefährlich”, sagte er. “Selbst in der Boxengasse.” Seinen Dreher schilderte er so: “Ich hatte Aquaplaning und drehte mich in einer langsamen Kurve. Dann funktionierte das Anti-Stall nicht und das war es.”

Das zweite Qualifying lief nicht lange, dann drehte sich Tonio Liuzzi auf Start- und Ziel und zerlegte seinen Force India in der ersten Kurve. “Mir geht es gut”, sagte er. “Es ist nur das Auto beschädigt, davon ist nicht viel übrig geblieben. Hoffen wir, dass wir es für morgen hinbekommen.” Den Unfallhergang beschrieb er so: “Ich bin mitten auf der Gerade abgeflogen. Ich war noch nicht am Bremspunkt, habe nichts gemacht, einfach die Kontrolle verloren.”

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