Williams blieb ohne Punkte

Unfall und Probleme

 

Der 300. Grand Prix von Rubens Barrichello, das erste Rennen in Spa von Nico Hülkenberg – beides endete wenig zufrieden stellend. “Trotz meiner Erfahrung war es sehr schwierig für mich zu wissen, wie nass die Strecke auf der ersten Runde war”, sagte Barrichello, der in der letzten Schikane in Fernando Alonso hineinrasselte. “Aber es war komplett nass, als ich durch Blanchimont kam.”

Gleichzeitig versuchte der Brasilianer Nico Rosberg die Tür zuzumachen. “Als ich auf die Bremse trat, obwohl es ziemlich früh war, reichte es nicht, um das Auto anzuhalten.” Er kollidierte mit Alonso und schied aus. Ein frühes und unschönes Ende für seinen Jubiläums-GP.

Vermurkstes Rennen

 

Hülkenberg fuhr weiter, hatte aber auch nicht viel zu lachen. “Nico hatte ein Problem mit dem Kontrollsystem, das die Fahrbarkeit seines Autos beeinträchtigte und den Motor bei seinem Boxenstopp abstellte”, erklärte Technikchef Sam Michael.

“Dadurch verlor ich einige Positionen”, bestätigte Hülkenberg. “Dann musste ich im Regen ohne die volle Motorkontrolle auskommen, wodurch ich mich einige Male drehte.” Am Ende setzte er bei der Reifenwahl noch einmal auf Risiko, doch mehr als Platz 14 sprang nicht dabei heraus.

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Williams hofft auf gutes Ergebnis

Beide im Q3

 

Beide Autos in den Top-10: Bei Williams herrschte nach dem Qualifying Zufriedenheit vor. “Es war ganz ordentlich”, sagte Nico Hülkenberg. “Es ist nicht schlecht, beide Autos im Q3 zu haben. Leider hatte ich dann nur noch einen gebrauchten weichen Reifensatz übrig, der nicht mehr ganz optimal war, aber es war okay.”

Ansonsten hätte er seinen Teamkollegen Rubens Barrichello auf Platz 7 vielleicht schlagen können. Aber auch so ist Hülkenberg zufrieden. “Es war ein spannendes Qualifying, das Wetter brachte Spannung rein, es war nicht einfach, aber eine schöne Herausforderung.” Ähnlich wird es am Sonntag zugehen. “Ich würde gerne Punkte nach hause fahren. Aber keiner kann das Wetter vorhersagen, es wird ein spannendes Rennen.”

Das sieht Barrichello nicht anders. “Wir hatten am Vormittag einige Setupprobleme, aber das Team fand eine tolle Lösung und machte das Auto besser – das zahlte sich aus. Ich bin mit Platz 7 zufrieden und möchte jetzt ein gutes Ergebnis in meinem 300. Rennen einfahren.”

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Qualifying

Webber in Spa auf Pole

 

Die Serie hält: Bis auf den Kanada GP in Montreal stand in dieser Saison immer ein Red Bull auf der Pole Position. So auch in Spa-Francorchamps, das eigentlich als McLaren-Strecke gilt. Diesmal war es der WM-Spitzenreiter Mark Webber, der sich in 1:45.778 Minuten die Pole Position sicherte.

Neben Webber startet im Rennen Lewis Hamilton aus der ersten Reihe. Der McLaren-Pilot schnappte sich in letzter Sekunde Platz 2 vor Robert Kubica. Sebastian Vettel rundet die zweite Startreihe ab. Jenson Button und Felipe Massa stehen in Reihe 3. Die Top-10 komplettieren Rubens Barrichello, Adrian Sutil, Nico Hülkenberg und ein enttäuschter Fernando Alonso.

Regenchaos

 

Die beiden Mercedes-Piloten scheiterten am Einzug ins Q3. Michael Schumacher belegte Platz 11, Nico Rosberg Platz 12. Beide erhalten jedoch eine Strafe: Schumacher muss wegen des Barrichello-Manövers von Budapest 10 Plätze zurück, Rosberg verliert wegen eines Getriebewechsels nach dem 3. Training 5 Plätze.

Das erste Qualifying wurde vom Chaos beherrscht: Angesichts des drohenden Regens gingen alle Fahrer auf Anhieb auf die Bahn, doch ein Dreher von Vitaly Petrov rief eine rote Flagge hervor – sobald das Q1 wieder lief, begann es zu regnen. Bei einsetzendem Regen kreiselten die Fahrer reihenweise von der Bahn, Michael Schumacher fuhr Zickzack durch die kreiselnden Autos.

“Ich wollte den Kerb austesten und es war zu nass”, gestand Petrov. “Ich wäre lieber in die Top-10 gekommen. Von dort ist es einfacher, um einen Topplatz zu kämpfen.” Neben Petrov schieden auch beide Sauber im Q1 aus; Kamui Kobayashi und Pedro de la Rosa flogen beim Schlussangriff an der gleichen Stelle von der Strecke. So schafften Timo Glock und Heikki Kovalalainen den Sprung unter die Top-17 und ins Q2.

Das Qualifying im Überblick

 

 

 

 1. Session

 

 

 

 

 Zwischenfälle: Rosberg Getriebewechsel; Petrov Dreher (rot); Regenchaos; Kobayashi Abflug; de la Rosa Abflug

 

 

 ausgeschieden: Trulli, Kobayashi, Senna, Yamamoto, de la Rosa, di Grassi, Petrov

 

 

 Top-6: Rosberg, Hülkenberg, Barrichello, Kubica, Hamilton, Alonso

 

 

 2. Session

 

 

 

 

 Zwischenfälle: Massa Dreher; Liuzzi Dreher

 

 

 ausgeschieden:  Schumacher, Rosberg, Alguersuari, Liuzzi, Buemi, Kovalainen, Glock

 

 

 Top-6: Hamilton, Button, Vettel, Webber, Sutil, Kubica

 

 

 

 

 3. Session

 

 

 

 

 Zwischenfälle: keine

 

 

 

 

 Top-6: Webber, Hamilton, Kubica, Vettel, Button, Massa

 

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Barrichello sieht einige Fragezeichen

Ein guter Tag

 

Rubens Barrichello ist glücklich. Obwohl der erste Tag seines Jubiläumsrennwochenendes in Spa heftig ins Wasser fiel, ist der bald 300 Grand Prix junge Brasilianer begeistert. “Das war heute ein klassisches Spa-Szenario und ich liebe es”, sagte er. “Alles ist möglich!”

Mit seinem Williams war Barrichello zufrieden, obwohl er weder im Trockenen noch im Nassen genügend Trainingszeit hatte, um das Setup zu optimieren. “Das hinterlässt viele Fragezeichen bei uns, aber ich bin mir sicher, dass das bei allen so ist.”

Besondere Fragezeichen sieht Technikchef Sam Michael über den neuen aerodynamischen und mechanischen Teilen, die das Team unter diesen Bedingungen nicht richtig ausprobieren konnte. “Wir mussten unsere Testkomponenten neu einordnen”, verriet Michael. “Aber so ist Spa eben, daran sind wir gewöhnt!”

Auch Nico Hülkenberg hakte den Freitag als typischen Spa-Tag ab. “Für uns lief es gut”, bilanzierte Hülkenberg. “Das größte Problem war, dass die Intermediates und Regenreifen zu weich für die Strecke sind und früh abbauten”, erklärte er. “Ansonsten lief der Tag ziemlich gut. Es war ein positiver Tag.”

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Schumacher schrieb Barrichello eine sms

Späte Entschuldigung

 

Vier Wochen sind seit dem Abdrängmanöver von Michael Schumacher gegen Rubens Barrichello in Budapest vergangenen. Der Deutsche sah die Kritik zunächst nicht ein und ruderte erst am Tag danach auf seiner Website zurück. “Er hat mich nicht angerufen”, sagte Barrichello in der Woche nach dem Rennen. “Jetzt geht es weiter. Ich habe meine Meinung, aber ich bleibe still.”

Nach dem Rennen hatte Barrichello noch getobt. Die ‘persönliche’ Entschuldigung holte Schumacher knapp vier Wochen später per sms nach. “Ich habe geantwortet: ‚Danke. Kein Problem. Ich wünsche Dir ein gutes Wochenende’”, verriet Barrichello in Belgien.

Barrichellos Teamkollege Nico Hülkenberg stufte das Manöver rückblickend als “sehr hart” ein. “Wenn die Mauer noch weitergegangen wäre, weiß ich nicht, ob es so glimpflich ausgegangen wäre…” Eine Diskussion in der Fahrerbesprechung erwartet Hülkenberg aber nicht mehr zu diesem Thema.

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