Singapur

 

Haben keine Zeitprobleme

 

Das Nachtrennen in Singapur gilt nach nur wenigen Austragungen schon als eines der Highlights der F1-Saison. In diesem Jahr trägt Singapur weniger als einen Monat vor dem Grand Prix auch die Olympischen Jugendspiele im Hafengebiet der Stadt aus. Die Organisatoren wiesen jedoch Befürchtungen zurück, dass es deshalb zu Problemen bei den Vorbereitungen des F1-Rennens kommen könnte.

“Wir haben genug Zeit”, sagte Justin Chew, der für das F1-Projekt zuständig ist. Die Veranstalter der Olympischen Jugendspiele benötigen mindestens zwei bis drei Wochen, um die Strecke komplett zu räumen. Die Probleme seien aber beseitigt worden. Beide Seiten hätten genügend Zeit, um ab- respektive aufzubauen. Die Lichtanlage wird bereits jetzt errichtet.

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Briatore einigt sich mit FIA

Crashgate ist vorbei

 

Der Weltverband FIA und die Verantwortlichen des so genannten Crashgate-Skandals von Singapur 2008, Flavio Briatore und Pat Symonds, haben sich außergerichtlich auf einen Vergleich geeinigt. Die FIA hatte beide wegen der absichtlichen Manipulation des Singapur GP für fünf Jahre (Symonds) respektive ohne zeitliche Beschränkung (Briatore) aus der Formel 1 verbannt.

Im Januar erklärte ein französisches Gericht in Paris diese Strafe wegen eines Formfehlers für nichtig, weil die FIA gar keine Strafe gegen Nichtlizenzinhaber aussprechen durfte. Die FIA arbeitet deshalb an einer Strukturreform des World Motor Sport Council, um solche “Missverständnisse” zukünftig zu verhindern.

Bis 2013 nicht in der F1

 

Briatore und Symonds gestanden jeweils ihren Teil der Schuld für den absichtlichen Unfall von Renault-Pilot Nelsinho Piquet in Singapur ein, brachten ihr Bedauern zum Ausdruck und entschuldigten sich bei der FIA. Gleichzeitig schlossen sie aus, dass sie bis 31. Dezember 2012 eine Rolle in der Formel 1 und bis Ende der Saison 2011 in einer anderen FIA-Rennserie übernehmen würden.

Briatore hatte bereits zuletzt angedeutet, dass er nach 2012 durchaus in einer anderen Rolle als der des Teamchefs in die Formel 1 zurückkehren könnte. Gleichzeitig zogen Briatore und Symonds alle weiteren juristischen Schritte und Forderungen gegen die FIA zurück. Die FIA entschied sich im Gegenzug im Wohle des Sports einen Schlussstrich unter die Affäre zu ziehen und keine weiteren Maßnahmen einzuleiten.

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Für Mosley ist Briatore-Rückkehr unvorstellbar

Würde die Glaubwürdigkeit vernichten

 

Ein ziviles Gericht mag die Verbannung Flavio Briatores aus dem Motorsport auf unbestimmte Zeit aufgehoben haben, der ehemalige FIA-Präsident Max Mosley hält es dennoch weiter für unmöglich, dass der Italiener wieder in die Formel 1 zurückkehrt. Der Brite geht davon aus, dass der neue Präsident des Weltverbandes, Jean Todt, der gleichen Meinung ist, da der ganze Sinn der FIA infrage gestellt wäre, dürfte sie nicht ihre eigenen Sanktionen gegen Vergehen aussprechen. “Wenn wir jemanden nicht bestrafen können, der etwas gemacht hat, was Briatore und [Pat] Symonds gemacht haben, dann sind der ganze Sinn und die Basis der FIA infrage gestellt, denn das betrifft die Sicherheit, die Fairness und alle fundamentalen Punkte unserer Tätigkeit”, sagte Mosley gegenüber der Times.

Briatore und Pat Symonds waren von der FIA bestraft worden, weil sie beim Singapur Grand Prix 2008 Nelson Piquet Jr. dazu anstifteten, zum passenden Zeitpunkt absichtlich zu verunfallen, um damit Fernando Alonso eine Chance auf den Sieg zu geben. Briatore wurde auf unbestimmte Zeit eine Teilnahme an FIA-Rennserien und das Management von Fahrern untersagt, Symonds wurde für fünf Jahre ausgeschlossen. Dass diese Strafe von einem zivilen Gericht wieder aufgehoben wurde, sieht Mosley durchaus als Bedrohung der Glaubwürdigkeit des Sports. “Die Idee, dass wir sagen könnten: ‘Oh, das ist alles richtig’, das wäre undenkbar. Das wäre das Ende der Glaubwürdigkeit der Formel 1, denn man kann sich kein ernsteres Beispiel von Betrug vorstellen, als was in Singapur passiert ist. Das war nicht nur aus Betrugssicht unehrlich, es wurden Leben gefährdet.”

Zu seinen Aussagen musste Mosley noch betonen, dass er sich nicht darin einmischen wolle, wie Todt die FIA führt, der Franzose sei nun Präsident. “Ich spreche von Zeit zu Zeit mit Todt, aber nur auf freundschaftlicher Basis – auch mit Bernie rede ich von Zeit zu Zeit. Ich bin aber im Ruhestand, genieße das sehr und will da nicht reingezogen werden.” Briatore konnte er dennoch bereits ankündigen, dass er sich über die Aufhebung der Strafe nicht zu sehr freuen sollte, da die FIA im Falle einer gescheiterten Berufung ihr sportliches Reglement ändern wird. “Das könnte sehr schnell gemacht werden, um der FIA die Macht zu geben, jede Person aus jedweder Tätigkeit im Motorsport auszuschließen, die entgegen der grundlegenden Regeln des Sports gehandelt hat oder etwas gefährliches getan hat”, erklärte Mosley.

Die Piquets würden zurückklagen

 

Der Brite warnte Briatore auch davor, die Piquets zu verklagen, wie er es bereits angekündigt hat. Mosley rechnete damit, dass es da eine recht heftige Gegenklage geben dürfte. Der ehemalige FIA-Präsident musste auch der Ansicht des Pariser Gerichts widersprechen, wonach er im Fall Crashgate als Ermittler, Richter und Geschworener aufgetreten sei. Zudem betonte er, keine Rachegelüste gegenüber Briatore gehabt zu haben, wie es ihm vorgeworfen wurde. Er habe keine andere Wahl gehabt, als eine Untersuchung einzuleiten, sobald Piquet Jr. seine Aussage bezüglich des absichtlichen Unfalls abgegeben hatte. “Niemand in meiner Position hätte etwas Anderes tun können, als eine Untersuchung einzuleiten, sobald das Statement von Piquet Jr. vorlag.”

Mosley sah die FIA auch insoweit bestätigt, als dass das Zivilgericht das Urteil nur aufgrund von Formalitäten aufhob und das Vergehen als solches nicht in Abrede stellte. An Briatores Beteiligung an der Sache gebe es weiter keinen Zweifel, betonte Mosley. “Zunächst einmal hätte Symonds das nie ohne Briatores Zustimmung getan – nie und nimmer. Zweitens haben wir sehr starke Beweise, dass vier Leute bei dem Meeting [vor dem Rennen] anwesend waren und Symonds gestand seine Schuld zunächst schriftlich, bevor er sie letztendlich abstritt.” Mosley war sich sicher, dass letztendlich die Gerechtigkeit siegen wird und der aktuelle Zustand der Straffreiheit für Briatore nicht lange anhalten dürfte. “Es wäre verrückt, wenn dies das letztendliche Ergebnis wäre. Die Vorstellung, dass am Ende, wenn sich der Staub gelegt hat, Briatore frei davonkommt, ist Fiktion – das wird nicht passieren.”

Italien sieht Briatore im Recht

 

Medial sind die Ansichten dazu unterschiedlich. In Italien sah man Briatore als den Sieger. So meinte die Gazzetta dello Sport, dass die Führungsmechanismen der FIA quasi ausgehebelt wurden und Mosleys Rachestrategie offengelegt wurde. Tuttosport schrieb, dass das Urteil zur Aufhebung von Briatores Strafe beweise, dass Mosley nur Rache gewollt habe. “Er [Briatore] hat seine Würde wieder. Briatore ist nicht weiter ein Mann, der mit einem verheerenden Urteil leben muss, das aufgrund von perversen Anschuldigungen getroffen wurde”, hieß es. Corriere dello Sport gestand immerhin zu, dass Briatore für die Geschehnisse in Singapur verantwortlich war, bezeichnete die Strafe auf unbestimmte Zeit aber als unakzeptabel. “Jeder verdient eine zweite Chance.”

Für La Repubblica zeigte das Urteil des Tribunal de Grande Instance in Paris, dass Briatore eine faire Verhandlung verdient gehabt hätte und die FIA kein Recht hatte, eine derartige Strafe auszusprechen. In anderen Ländern waren die Meinungen ein wenig anders gelagert. Die Bild nannte die Aufhebung der Strafe einen “Crash für die Gerechtigkeit” und bezeichnete Briatore als Banditen. “Hoffentlich holt ihn nach dem Freispruch keiner in die Formel 1 zurück”, schrieb das Blatt. Der britische Independent stellte die Frage: “Wenn er unschuldig ist, wer ist dann schuldig?” Die Zeitung wollte wissen, wo die Grenze gezogen wird, wenn über eine Sache wie jene von Singapur der Schleier des Vergessens gelegt werden könne.

Auch andere britische Zeitungen konnten sich mit dem Ergebnis der Zivilverhandlung von Paris nur wenig anfreunden. Der Daily Telegraph nannte das Urteil ungemütlich. “Das Fazit ist … niemand wurde für etwas bestraft, das allgemein als eines der schlimmsten Beispiele des Betrugs in der Geschichte des Sports gilt”, hieß es in dem Blatt. Beim Guardian gab es eine Umfrage, in der gefragt wurde, ob es fair sei, wenn Briatore aus Crashgate ohne Strafe hervorginge. Über 69 Prozent antworteten darauf mit “Nein”.

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Ecclestone

Briatore kommt nicht zurück

Das französische Gericht hat entschieden: Die FIA muss ihre Sperren für Flavio Briatore und Pat Symonds aufheben. Der Weltverband hatte den Ex-Renault-Teamboss und dessen Chefingenieur nach dem absichtlichen Unfall von Nelsinho Piquet in Singapur 2008 auf unbestimmte Zeit respektive für fünf Jahre von der Formel 1 und allen FIA-Aktivitäten ausgeschlossen. Die FIA erwägt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Bis alle Berufungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, bleibt das Urteil laut dem Automobilverband bestehen.

Briatore feierte seinen Gerichtstriumph als einen Sieg der Gerechtigkeit. “Er ist glücklich, dass er gewonnen hat”, sagte Bernie Ecclestone dem Daily Mirror. “Aber er hat nicht gesagt, dass er in die Formel 1 zurückkommen möchte und ich bezweifle, dass er es wird.” Briatore ließ sich eine F1-Rückkehr am Dienstagabend offen. Er sagte nur: “Ich habe Zeit für eine mögliche F1-Rückkehr.”

Als Teamchef erscheint ein Comeback von Briatore nach seinem Vergehen unwahrscheinlich. So sagte Ferrari-Teamboss Stefano Domenicali: “Die Leute mögen keine aufgewärmte Suppe. Er wird sich eine andere Möglichkeit suchen müssen.” Ecclestone könnte sich aber durchaus vorstellen, dass Briatore weiter Fahrer managt. Im Zuge des FIA-Urteils mussten alle mit Briatore verbundenen Fahrer ihre Verträge mit ihm lösen. Das betraf unter anderem Mark Webber, der sich nun selbst managt, und Fernando Alonso, der jedoch weiterhin mit Briatores Managementfirma zusammenarbeitet.

“Es gibt keinen Grund, warum er nicht als Manager weitermachen soll, wenn er es denn möchte”, sagte Ecclestone. “Aber es wäre schwierig für jemanden, der etwas falsch gemacht hat, in seinen alten Job zurückzukehren.”

Das Schlimmste ist für Ecclestone, dass die Crashgate-Affäre durch das Urteil erneut beginnt. “Es ist noch lange nicht vorbei”, mahnt Ecclestone. “Nur weil ein Richter das gesagt hat, macht das noch keinen Unterschied. Nichts ist geschehen. Das Gericht hat gesagt, es war falsch, also wird die FIA mit einer neuen Anhörung kommen und es wird weiter und weiter und weiter gehen. Das ist das Schlimmste daran. Es wäre besser, wenn sich alle an einen runden Tisch setzen würden.”

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Briatore verlangt Aufhebung seiner Strafe

Urteil soll am 5. Januer gesprochen werden

Flavio Briatore hat am Dienstag vor einem französischen Gericht darum gebeten, seine Verbannung aus der Formel 1 auf unbestimmte Zeit aufzuheben. Er betonte, dass sein Recht auf freie und faire Verteidigung verletzt worden war, als der Fall Crashgate vor dem World Motor Sport Council (WMSC) verhandelt wurde. Außerdem verlangte der Italiener eine Abfindung von 1,5 Millionen Euro von der FIA wegen moralischer Vorurteile. “Mein Klient verlangt nur das tun zu können, was er will und möchte seine Freiheit wiederhaben… Er ist ruhig und entschlossen”, sagte Briatores Anwalt Philippe Ouakrat vor der Anhörung. Ein Urteil in dem Verfahren wird für den 5. Januar erwartet.

Briatore war von der FIA bestraft worden, weil er beim Singapur Grand Prix 2008 Nelson Piquet Jr. dazu veranlasst hatte, absichtlich in eine Mauer zu fahren, um Fernando Alonso eine Chance auf den Sieg einzuräumen. Piquet gestand den Rennbetrug ein, nachdem er dieses Jahr von Renault entlassen worden war. Briatore wurde daraufhin von der FIA auf unbestimmte Zeit aus dem Motorsport ausgeschlossen. Jedem Fahrer, der mit ihm arbeitet, wurde angedroht, die Superlizenz zu verlieren und jede Serie, in der er sich engagieren sollte, würde die FIA-Lizenz aberkannt werden. Technikdirektor Pat Symonds war mit einem Ausschluss von fünf Jahren belegt worden. Fernando Alonso war nach Meinung des WMSC nicht an der Sache beteiligt gewesen.

Nach Auskunft seiner Anwälte, ist Briatore der Meinung, die FIA hätte nicht das Recht gehabt, zeitlich unbeschränkte Sanktionen zu verhängen und zudem meinte er, der Ausschluss sei nicht durch ein unparteiisches Schiedsgericht ausgesprochen worden, da er eine schwierige Beziehung zum ehemaligen FIA-Präsidenten Max Mosley hatte, der zum Zeitpunkt der WMSC-Verhandlung noch im Amt war. Am Verfahren selbst beanstandete Briatore, dass es fehlerhaft war, da es auf einem anonymen Zeugen aufgebaut war, der nicht namentlich genannt wurde. Außerdem beklagte er Aussagen eines WMSC-Mitglieds, wonach das Urteil schon vor dem Verfahren festgestanden haben soll. Sollte das Gericht in Paris den Beschluss des WMSC aufrecht erhalten, könnte Briatore auch seine Position als Mitbesitzer des englischen Zweitdivisionärs Queens Park Rangers verlieren, da die Liga strenge Regeln bezüglich des Leumunds von Teambesitzern hat.

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