5. Okt, 2009
Titel noch nicht aufgegeben
Mit einem Urschrei feierte Sebastian Vettel seinen dritten Saisonsieg in Suzuka. “Das kommt einfach raus, wenn du über die Linie fährst und weißt, alles ist geschafft. Dann fällt der Druck ab und man lässt es raus.” Das war besonders wichtig, nachdem die letzten Rennen nicht nach Vettels Geschmack verlaufen sind, zuletzt verlor er einen sicheren zweiten Platz wegen einer Durchfahrtsstrafe. “Heute haben wir alles richtig gemacht – das ist großartig.”
Schon am Start lief es für Vettel besser als in früheren Rennen. “Wir haben uns deutlich verbessert. Zu Saisonbeginn war es unsere Schwäche, aber mittlerweile sind wir da top, wenn wir auf der richtigen Seite stehen.” Etwas eng wurde es trotzdem mit dem KERS-McLaren von Lewis Hamilton. “Ich war innen und hatte dadurch einen Vorteil in der ersten Kurve.”
Danach gab er alles, um sich einen Vorsprung herausfahren, der stetig anwuchs. Nur bei seinem zweiten Boxenstopp schien es ganz kurz zu haken: “Etwas hat geklemmt, dann kam Nick Heidfeld die Boxengasse heruntergefahren und wir wollten nichts riskieren und haben ihn durchfahren lassen.” Es reichte trotzdem, um vor Hamilton und Jarno Trulli aus der Box zu kommen.
Im Titelkampf hätte sich Vettel natürlich gefreut, wenn Jenson Button gar nicht gepunktet hätte, aber auch mit nur einem Punkt für den Spitzenreiter konnte Vettel neun Zähler aufholen. Jetzt sind es 16 Punkte, die ihm zwei Rennen vor Schluss auf Button fehlen. 2007 holte Kimi Räikkönen 17 Punkte Rückstand in zwei Rennen auf. “Wer Kimi kennt, weiß, dass er nicht viel nachdenkt und Gas gibt – genau das brauchen wir jetzt.”
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5. Okt, 2009
Vettel gewinnt
Nur eine Woche nach der Durchfahrtsstrafe von Singapur rückte Sebastian Vettel das Ergebnis wieder in seinem Sinne zurecht: Sieg bei der Rückkehr der Formel 1 auf die Fahrerstrecke in Suzuka. Der Red Bull Pilot fuhr von der Pole Position zu einem überlegenen Sieg, den selbst eine Safety Car Phase in den Schlussrunden nicht gefährden konnte.
Hinter Vettel belegten Jarno Trulli und Lewis Hamilton die Podestplätze. Kimi Räikkönen kam vor Nico Rosberg und Nick Heidfeld als Vierter ins Ziel. Die letzten beiden Punkteränge gingen an die zwei WM-Führenden in umgekehrter Reihenfolge: Rubens Barrichello vor Jenson Button. Barrichello machte damit genau einen Zähler auf seinen Teamkollegen gut, der nun mit 85:71 Punkten vor den letzten beiden Rennen führt. Vettel liegt mit 69 Punkten dahinter auf Rang 3. Bei den letzten zwei Rennen gibt es maximal noch 20 Punkte zu holen. Vettels Chancen bleiben also weiter minimal.
Ein bisschen Action
In einem von der Taktik und Überholfeindlichkeit der Strecke geprägten Rennen gab es drei spannende Situationen. Die erste hatten Adrian Sutil und Heikki Kovalainen in der letzten Schikane. Sutil griff innen an, Kovalainen gab nicht nach und die beiden berührten sich. Sutil legte einen Dreher hin und Button sagte beiden danke.
Auch an der zweiten Berührung war Kovalainen beteiligt: Der Finne fuhr knapp hinter Giancarlo Fisichella aus der Box, beschleunigte aber schneller und ging in der Ausfahrt am Ferrari vorbei. Fisichella zog jedoch rüber und die beiden berührten sich leicht – beide konnten jedoch einen Abflug verhindern.
Den schlimmsten Unfall hatte Jaime Alguersuari, der seinen Toro Rosso wenige Runden vor Rennende auf dem Randstein verlor und gegenüber in die Reifenstapel krachte. Um sein Auto zu bergen, wurde das Safety Car auf die Strecke geschickt. Der Spanier stieg zunächst aus eigener Kraft aus dem Wrack aus, wurde danach aber zur Vorsicht mit dem Krankenwagen ins Medical Centre gebracht.
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5. Okt, 2009
Mein Fehler
Timo Glock nimmt nicht am Großen Preis von Japan in Suzuka teil. Der Deutsche hatte im Qualifying am Samstag einen Unfall, bei dem er sich eine Schnittwunde am linken Bein zuzog. Nach einer Untersuchung im Krankenhaus wurden keine weiteren Verletzungen festgestellt, um aber eine Teilnahme am Brasilien GP in zwei Wochen sicherzustellen, wird er in Japan nicht fahren. Bereits am Freitag setzte er in den Trainings wegen einer Grippe aus.
Toyota versuchte Ersatzfahrer Kamui Kobayashi ins Auto zu setzen, was von der FIA aber abgelehnt wurde, weil er am zweiten Tag an keinem Training teilgenommen hat. “Mir geht es soweit okay”, sagt Glock. “Wir haben von gestern auf heute einen relativ großen Sprung gemacht, leider nicht groß genug, um zu fahren.”
Das Problem sei der Schnitt quer über sein Bein. “Beim Frontaleinschlag wurde der Frontflügel unter das Auto gedrückt und ein Teil aus Aluminium drang ins Monocoque von unten ein und hat mir mein Bein auf Höhe der Kniekehle aufgeschnitten.” Letztlich glaubt Glock, dass er bei diesem Unfall noch Glück im Unglück hatte. “Ich bin froh, dass mein Bein in Ordnung ist. Das hätte deutlich schlimmer ausgehen können.”
Den Unfall nimmt er auf seine Kappe: “Ich wollte so nah wie möglich an der weißen Linie lang fahren, habe das etwas falsch eingeschätzt und wollte zurücklenken. Aber sobald das vordere linke Rad auf dem Gras war, hatte ich keine Chance mehr. Es war eine falsche Einschätzung von mir.”
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5. Okt, 2009
Ausgebremst
Das hatte sich Robert Kubica anders vorgestellt: Während sein Teamkollege auf Startplatz 6 fuhr, landete der Pole nur auf Rang 13. “Mein Qualifikationstraining war total enttäuschend”, gestand Kubica. “Alle meine fliegenden Runden der zweiten Sitzung wurden durch rote oder gelbe Flaggen zerstört.” In den gesamten fünfzehn Minuten habe er keine einzige richtig schnelle Runde fahren können.
Seine Bilanz lautet folgerichtig: “Die Qualifikation für das Rennen auf Position 13 zu beenden ist alles andere als ideal.” Für das Rennen bedeutet das, dass er noch mehr Arbeit erhält, denn Suzuka sei zwar eine fantastische Strecke, aber das Überholen sei schwierig.
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5. Okt, 2009
Pole in Suzuka
Die Chancen waren schon in Singapur gering, nach der Durchfahrtsstrafe waren sie noch geringer und somit vor Suzuka eigentlich nur noch theoretischer Natur. Trotzdem gibt Sebastian Vettel den WM-Titel noch nicht auf. Mit seiner dritten Saison-Pole hielt er seine Mini-Hoffnung am Leben.
25 WM-Punkte trennen ihn von WM-Leader Jenson Button, der momentan auf dem siebten Startplatz steht, vielleicht aber noch eine Strafe erhalten könnte. “Es sind noch drei Rennen und der Rückstand ist ziemlich groß”, sagt Vettel. “Jedes Rennen ist unsere letzte Chance, wenn wir unsere Möglichkeiten offen halten wollen. Wir wollen gewinnen und dafür sind wir in der besten Position.”
Vettel hatte damit gerechnet, dass Red Bull konkurrenzfähig sein würde. “Wir wussten nur noch genau wie gut.” Wie eng es zugeht, habe das erste Qualifying bewiesen. “Deshalb konnten wir die Pole nicht erwarten. In allen drei Qualifyingsessions Schnellster gewesen zu sein, ist klasse.” So soll es im Rennen weitergehen, um die winzige Titelhoffnungen weiter am Leben zu erhalten. “Hoffentlich fehlen dann am Ende nicht die drei Punkte aus Singapur.” Dort erhielt er eine Durchfahrtsstrafe.
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