Ergebnis aus Zandvoort bleibt vorläufig

Scheider ohne Barcode am Reifen

 

Timo Scheider stand in Zandvoort zum ersten Mal in dieser Saison auf dem Podium. Doch die Freude könnte nur von kurzer Dauer sein – das Ergebnis des sechsten Saisonlaufs ist nämlich noch vorläufig. Nach Rennende war an einem Reifen von Scheiders Audi ein fehlender Identifikations-Strichcode bemängelt worden.

Dieser Verstoß gegen das technische Reglement könnte für Scheider und Audi im schlimmsten Fall eine Disqualifikation bedeuten. Allerdings soll der Reifen zunächst intensiv von Dunlop geprüft werden, um fest zu stellen, wie sich der Barcode lösen konnte. Sollte es sich um einen Materialfehler handeln, sollte Scheider glimpflich davon kommen.

Schon im vergangenen Jahr wurde Scheider in Zandvoort aus der Wertung genommen. Damals versäumte er es, direkt nach dem Rennen zum Wiegen zu gehen. Als er diesen Pflichttermin dann nachholen wollte, war es schon zu spät. Das gleiche Schicksal ereilte 2009 auch Alexandre Prémat.

Im Falle einer Disqualifikation würden die nachfolgenden Piloten aufrutschen. Scheiders Markenkollege Mattias Ekström würde davon marginal profitieren und den Rückstand auf Tabellenführer Bruno Spengler um einen weiteren Punkt auf 15 Zähler reduzieren. Für Scheider wäre es wohl das Ende der Träume vom dritten Titel in Folge.

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Schumacher knapp an den Punkten vorbei

Verbremser passieren eben

 

Ralf Schumacher fuhr mit Rang neun knapp an den Punkten vorbei. Auf Platz zehn liegend schnappte er sich Jamie Green und somit Rang neun. Gegen Ende attackierte Schumacher zwar Martin Tomczyk, es reichte aber nicht um an dem Rosenheimer vorbeizugehen. “Leider unterlief mir im Zweikampf gegen Martin Tomczyk ein Fehler und ich musste durchs Kiesbett.” Dadurch verlor der Ex-Formel-1-Fahrer Platz acht und somit reichte es nicht für einen Punkt. Dennoch ist Ralf Schumacher nicht allzu enttäuscht. “Ich habe es versucht, aber es hat nicht gereicht.”

Zu Beginn des Rennens verbremste sich Schumacher im Zweikampf gegen Timo Scheider nach Start- und Ziel und musste den Audi-Piloten ziehen lassen. “Timo war schneller als ich und es war nur eine Frage der Zeit”, meint der Mercedes-Pilot. Der Verbremser war seiner Meinung nach weniger ausschlaggebend. “Das passiert eben”, so Schumacher abschließend.

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Kopfschütteln bei Ullrich

Viel Arbeit und Konzentration

 

Nach dem verschlafenen Start von Timo Scheider, sah man die enttäuschenden Gesichter der Audianer. Bisher hatte der amtierende DTM-Champion immer den Ruf ein konstanter und guter Starter zu sein. “Timo ärgert sehr über seinen Fehler. Aber das kann jedem Piloten passieren”, sagt Dr. Wolfgang Ullrich, Motorsportchef bei Audi. Nach einer bisher schwierigen Saison, wäre der heutige Sieg sicher ein Befreiungsschlag gewesen. Immerhin kämpfte sich der 31-Jährige von Rang elf noch bis auf den dritten Platz nach vorne. Scheider fuhr auf höchstem Niveau und belegte dies mit der schnellsten Rennrunde.

“Bei normalen Start wäre sicher mehr drin gewesen. Aber das hätte, wenn und aber interessiert im Motorsport keinen.” Nach Zieleinlauf in Zandvoort ist Audi weiter vorne als bisher, aber eben nicht ganz vorne. “Ziel für die nächsten Rennen ist wieder ganz vorne dabei zu sein.”

Immerhin konnte Mattias Ekström mit Platz vier wichtige Punkte für die Meisterschaft sammeln. Im Gesamtklassement auf Rang vier liegend, fehlen dem Schweden 16 Punkte zur Spitze. “Wir sind hochmotiviert und in der Meisterschaft ist weiterhin alles offen”, so Ullrich.

Zu viele Patzer erlaubte sich die Audi-Mannschaft bisher. “Wir haben leider schon zu viele einzelne Fehler begangen.” Nur viel Arbeit und Konzentration scheint die Ingolstädter wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

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Mercedes im Sieges-Rausch

Haug träumt vom Titel

 

Nach dem Mercedes-Doppelsieg hat der Chef Norbert Haug allen Grund zu Freude. Dabei profitierte die Mannschaft von dem vermasselten Start des Pole-Setters Timo Scheider. “Ein großartiges Rennen. Wäre Timo normal gestartet, hätte der Kampf anders ausgehen können.” Doch Dank des verpatzten Starts konnten Gary Paffett und Paul Di Resta den ungefährdeten Doppel-Triumph einfahren.

Bruno Spengler rettete mit Platz sieben zwei wertvolle Punte für die Meisterschaftsführung. Durch den Sieg von Paffett konnte der Brite die Lücke ein wenig schließen und liegt demnach mit neun Punkten Rückstand weiterhin auf Rang zwei. “Bruno’s Boxenstopp war nicht der beste. Dadurch hat er drei oder vier Plätze verloren”, gibt Haug zur Kenntnis.

In der Meisterschaft sieht es für die Stuttgarter auf den ersten drei Plätzen weiterhin bestens aus. “Wir haben gerade einen Lauf. Wir haben fünf von sechs Rennen gewonnen. Und vier davon hintereinander.” Dennoch kann es auch ganz schnell wieder abwärts gehen, weiß der Mercedes Motorsportchef. Bei noch 50 zu vergebenden Punkten ist noch alles offen.

Dennoch glaubt Haug fest an den Titel, obwohl im Motorsport alles möglich ist. “Es ist erst dann vorbei, wenn’s vorbei ist”, meint Haug zum Schluss.

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Doppelsieg für Mercedes in Zandvoort

Paffett gewinnt nach Start-Fehler von Scheider

 

Es hätte eigentlich das Rennen des Timo Scheiders werden sollen. Nach der überlegenen Pole Position gestern waren alle Zutaten für den Audi Piloten angerichtet. Allerdings machten bereits die ersten Meter Scheider einen Strich durch die Rechnung. Der Abt Pilot kam kaum vom Fleck und fiel auf den 11. Platz zurück. Gary Paffett, großer Nutznießer dieses Fehlers, setzte sich gleich zu Beginn an die Spitze und gab diese Position bis ins Ziel nicht mehr her. Paul Di Resta folgte seinen Mercedes Teamkollegen ohne je gefährlich zu werden. Scheider rettete nach einer beherzten Aufholjagd sogar noch Platz 3 vor Mattias Ekström und Miguel Molina.

Gar nicht auf seinen Startplatz schaffte es Markus Winkelhock. Der Deutsche bemerkte in seiner Installationsrunden große Vibrationen und fuhr wieder an die Box. Dort wurde die ein Schaden an der Kardanwelle festgestellt. Durch die langen Reparaturarbeiten konnte der Team Rosberg Pilot nicht mehr am Rennen teilnehmen. “Ich brauch nicht viel dazu sagen ich fühl mich nicht gut”, sagte ein enttäuschter Winkelhock. “Ich war im Warm Up sehr schnell und zuversichtlich bis ich bei der Fahrt in die Startaufstellung Vibrationen gespürt haben.”

Auch für Maro Engel kam das frühe Aus bereits in der zweiten Runde. Nach einer kleinen Feindberührung brach die Radaufhängung. “Manchmal können leichte Kollisionen an den falschen Punkten sehr kritsch sein”, sagte der Deutsche.

Den Start gar nicht erwarten konnte Alexandre Premat. Der Franzose riskierte einen Frühstart und bekam dafür eine Drive-Through-Penalty. Paffett und Di Resta gaben an der Spitze von Anfang an das Tempo an. Molina, der erste Audi Pilot auf Platz 3, konnte zu diesem Zeitpunkt dem Mercedes Duo nicht folgen.

Scheider pflügte von Platz 11 aus durchs Feld und machte Position um Position gut. Erst bei Bruno Spengler fand die Aufholjagd ein vorübergehendes Ende. Der Kanadier eröffnete dann auf in Runde 11 die erste Serie der Boxenstopps. Scheider wählte eine andere Strategie, stoppte sehr spät und fiel dann erneut hinter Spengler zurück.

Erst bei der zweiten Serie der Boxenstopps machte es Scheider richtig und stoppte später als die Konkurrenz. Dies verhalf den Audi Fahrer sogar auf den dritten Platz, zu diesem Zeitpunkt war das Mercedes Duo an der Spitze jedoch schon enteilt.

In den letzten Runden drehte Spengler, im Kampf um Platz 7, noch Mike Rockenfeller um und blieb straffrei. Paffett sicherte sich nach einem unspektakulärem Rennen den Sieg vor Di Resta. Scheider holte mit Platz 3 noch das Maximum aus seinen Audi heraus. Ekström kommt mit Platz 4 vor Molina ins Ziel. Dies wird durch die Rennleitung, mit dem Verdacht auf Teamorder, nach dem Rennen noch untersucht. Platz 6 geht an Jarvis vor Spengler, Tomczyk, Schumacher und Green.

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