1. Mrz, 2010
Leichter Regen
Nur noch sieben Stunden am Sonntag, dann ist die Saisonvorbereitung vorbei. Am vorletzten Testtag vor Bahrain erlebten die elf anwesenden Teams einen durchwachsenen Tag – nach einem trockenen Beginn, fiel immer wieder etwas Regen. Die Bestzeit fuhr Nico Rosberg im Silberpfeil bereits vor den ersten Tropfen.
Mit einer Zeit von 1:20.686 Minuten setzte er sich mit sieben Zehnteln Vorsprung gegen Sebastien Buemi und Jenson Button auf den Plätzen 2 und 3 durch. Rosbergs Zeit war allerdings einen Tick langsamer als die bisherige Wochenbestzeit von Nico Hülkenberg, der am Freitag 1:20.614 Minuten gefahren ist. Alle Fahrer hinter Button hatten mehr als eine Sekunde Rückstand auf Rosberg. Platz 4 ging an Rubens Barrichello vor Felipe Massa, Vitaly Petrov im Renault und Adrian Sutil im Force India. Sebastian Vettel beendete den Tag als Achter.
Ab in den Kies
Der vorletzte Testtag vor dem Saisonstart begann mit einer roten Flagge: Nach knapp 20 Minuten blieb Jenson Button in seinem McLaren Mercedes MP4-25 in Kurve 11 stehen. Das Team beruhigte jedoch, es habe sich nur um ein kleineres, mechanisches Probleme gehandelt. Kurz darauf setzte der Regen ein und Kamui Kobayashi war der erste Fahrer, der mit seinem Sauber durch das Kiesbett pflügte – allerdings ohne Folgen für ihn und das Auto. Nur die Mechaniker bekamen etwas mehr Säuberungsarbeiten verordnet.
Schlechter löste die Aufgabe Rubens Barrichello, der kurz vor 12:00 Uhr in Kurve 5 mit seinem Williams voll ins Kiesbett abflog, darin stecken blieb und auf dem Transporter zurück an die Box kam. Jarno Trulli schleppte seinen Lotus aus eigener Kraft zurück zum Team, aber auch am T127 mussten die Mechaniker danach die Putzlappen auspacken. “Kleiner Abflug von Jarno”, teilte Mike Gascoyne mit. “Wir säubern das Auto und fahren dann die letzten 25 Runden unseres Runs zu Ende.”
Nico Rosberg konnte seinen letzten Run nicht beenden. Der Deutsche blieb rund 40 Minuten vor Testende mit einem technischen Defekt auf der Strecke stehen. Kaum war die Bahn wieder freigegeben, tat es ihm Toro Rosso Pilot Sebastien Buemi gleich – auch er rollte in den letzten Kurven auf der Bahn aus und löste die vierte Rotphase des Tages aus. Den Schlusspunkt setzte wenige Minuten vor 17:00 Uhr Rubens Barrichello, der in seinem Williams Cosworth FW32 die letzte rote Flagge verursachte.
Der Testtag wurde immer wieder von leichtem Regen begleitet. Renault reagierte deshalb schon am Vormittag auf die Wetterbedingungen und passte das Programm an: Die Qualifyingsimulation wurde am Nachmittag verkürzt, danach sollte so viel wie möglich von einer Renndistanz abgespult werden. Virgin Racing verpasste mal wieder einige Zeit wegen technischer Probleme. So entdeckten die Mechaniker in der Mittagspause ein Leck im Benzinsystem, das danach zeitintensiv geflickt werden musste.
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14. Feb, 2010
Der Wettergott hatte ein Einsehen
Nach Toro Rosso am Freitag ging die Bestzeit am Samstag an McLaren Mercedes. Mit einer Zeit von 1:19.583 Minuten verwies Lewis Hamilton Adrian Sutil und Rubens Barrichello auf die Plätze zwei und drei und fuhr gleichzeitig die schnellste Rundenzeit der Woche. Ein Getriebeproblem machte Barrichello jegliche Hoffnung auf die Bestzeit zunichte. Die fünftbeste Zeit setzte Michael Schumacher in den Asphalt. Der Wettergott schien am vierten Testtag doch ein Einsehen zu haben. Nachdem es zu Beginn der Session noch nass war, trocknete es allmählich auf und zu Mittag kam sogar die Sonne zum Vorschein.
Mit der Sonne kamen auch die Piloten öfter aus ihren Verstecken heraus. Die Samstag-Session eröffnete der Tagesbeste vom Vortag: Jaime Alguersuari. Die nasse Strecke machte dem Toro Rosso-Piloten im Gegensatz zu vielen anderen Piloten nichts aus. Michael Schumacher spulte im Nassen ein paar Runden ab, bevor er lange Zeit in der Box verschwand. Der siebenfache Champion fühlte sich mit seinem Auto noch nicht hundertprozentig wohl, weshalb seine Ingenieure einiges am MGP01 veränderten. Um 13.36 Uhr ging es für Schumacher wieder auf die Strecke.
Sebastian Vettel, Jaime Alguersuari und Felipe Massa fuhren inzwischen 10 bis 15 Runden am Stück, während Lewis Hamilton die trockenen Bedingungen nutzte, um gleich 26 Runden am Stück abzuspulen. Mit jeder Runde wurde der McLaren-Pilot schneller. Seine Bestzeit knallte Hamilton allerdings kurz vor Ende der Session in den Asphalt. In Sachen Longruns standen Massa und Schumacher Hamilton in nichts nach. Der Ferrari-Pilot spulte 50 Runden ab, wobei ihm am Nachmittag auch ein kleiner Fehler unterlief. Der Brasilianer kam von der Strecke ab, das Auto blieb dabei unbeschädigt.
Drei rote Flaggen
Mit einer anderen Aktion sorgte Massa für die zweite rote Flagge des Tages: der Ferrari-Pilot blieb in Kurve zehn stehen, zuvor hatte er 40 Runden am Stück gedreht. Gleiche Szene, anderer Pilot am Vormittag: Gegen zehn Uhr blieb Sebastian Vettel in Kurve neun stehen. Der Red Bull-Pilot hatte zuvor 22 Runden in Folge abgespult. Die dritte rote Flagge ging auf das Konto von Michael Schumacher. Mögliche Erklärung: Schumacher, Vettel und Massa könnte absichtlich der Sprit ausgegangen sein, denn die Teams testen nur allzu gerne wie weit sie gehen können.
Gute Nachricht gab es nach einer problematischen Woche am Ende doch noch für Virgin: Lucas die Grassi spulte mehrere Runden ohne Probleme ab. Bei Virgin war man am vierten Testtag auf Nummer sicher gegangen: Bevor man di Grassi überhaupt auf die Strecke schickte, hatte man den halben Vormittag an seinem Auto gearbeitet.
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14. Feb, 2010
Viel zu nass
Was am Donnerstag noch in allerletzter Sekunde von Sauber-Pilot Kamui Kobayashi verhindert wurde, schaffte Jaime Alguersuari am Freitag: Eine Testbestzeit für Toro Rosso! Der Jubel blieb jedoch aus – sowohl bei der handvoll tapferer, spanischer Fans, die sich tatsächlich bei schrecklichem Wetter auf die Tribünen setzten, als auch beim Team, das genau wusste, dass die Trockenbestzeit des jungen Spaniers nicht wirklich viel Aussagekraft beinhaltete.
Nach rund einer Stunde auf trockener Strecke am frühen Vormittag setzte der Regen ein und hörte bis zum Ende nicht mehr auf. Die Fahrer konnten somit nur in den Anfangsminuten einige Daten auf trockener Bahn sammeln, die aufgrund der niedrigen Temperaturen und des schlechten Streckenzustands allerdings nicht allzu stark zu bewerten sind. Immerhin war Alguersuaris Bestzeit schneller als die Kobayashi-Zeit und die seines Teamkollegen Sebastien Buemi vom Vortag. Die Zeiten, Rückstände und Positionen sind jedoch bedeutungslos.
Wenig Action, viele Unterbrechungen
Die Wetterfrösche hatten also recht behalten: Auf einen trockenen Donnerstag folgte ein verregneter Freitag. Der Fahrbetrieb der zehn Teams hielt sich somit am dritten Testtag dieser Woche arg in Grenzen. Rubens Barrichello beschrieb die Bedingungen in der letzten Stunde als unfahrbar, die Strecke bezeichnete er als Fluss. Immer wieder kehrte sogar komplette Stille über der Strecke in Jerez ein – und das nicht nur während der roten Flaggen.
Davon gab es einige: Die erste Testunterbrechung löste Pedro de la Rosa aus, der mit einem mechanischen Problem im zweiten Sektor der Strecke ausrollte. Die Sauber-Crew schickte den Spanier aber schon nach einer halben Stunde wieder auf die Bahn.
Auch Rubens Barrichello musste eine ungewollte Unterbrechung seines Testprogramms hinnehmen. Kurz nach 10:00 Uhr rutschte der Williams FW32 in Kurve 9 von der Strecke – es war einfach zu nass. Nach einer Säuberungsaktion für das Auto ging es weiter. Ein ähnliches Erlebnis hatte Nico Rosberg. Bei ihm sorgte ein Systemcheck dafür, dass sein Mercedes GP MGP W01 in Kurve 4 stehen blieb. Kurz vor 14:00 Uhr ereilte dann den nächsten Deutschen ein Defekt: Adrian Sutils Force India rollte mit einem Elektrikproblem aus.
Zwei Tage voller Probleme erlebte Virgin Racing am Mittwoch und Donnerstag. Timo Glock konnte gerade einmal 16 Runden an beiden Tagen zurücklegen, dann stoppt ihn ein verlorener Frontflügel. Die neuen Teile für die Frontflügelbefestigung kamen erst am Freitagmittag an der Strecke an, so dass Lucas di Grassi erst am Nachmittag mit dem VR-01 auf die nasse Bahn gehen konnte. Immerhin schaffte er 8 Runden im Nassen. Nur Barrichello schien unaufhaltsam – der Brasilianer legte 120 Runden zurück.
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2. Feb, 2010
Selbst gebaut
In der Boxengasse von Valencia präsentierte die Scuderia Toro Rosso den neuen STR5, der das erste Auto des Teams ist, das nicht von Red Bull Technology stammt, sondern selbst entworfen und gebaut wurde. “2010 ist ein Meilenstein für Toro Rosso, da die neuen Regeln verlangen, dass wir das Design und die Konstruktion des Autos in-house regeln”, sagte Teamchef Franz Tost.
In den vergangenen Monaten beschäftigte sich das Team damit, die notwendige Infrastruktur, die Maschinen und das Personal für dieses Unterfangen zu besorgen. “Das war unsere größte Herausforderung”, so Tost. “Es war wahrscheinlich schwieriger als das Auto zu bauen.”
Insgesamt stockte das Team seine Mitarbeiterzahl um 80 Personen auf und baute die Fabrik aus, um die Mitarbeiter und Maschinen unterzubringen. Gleichzeitig kaufte man einen Windkanal von Red Bull im englischen Bicester.
“Es ist gefährlich, Vorhersagen für die Saison zu treffen”, sagt Tost. “Aber wenn ich es muss, würde ich sagen, dass es unser Ziel ist, in die Top-8 der Konstrukteurswertung zu gelangen.” Zudem möchte man es der jungen Fahrerpaarung Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari ermöglichen, sich zu verbessern.
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25. Jan, 2010
Buemis Teamkollege
Lange hat es gedauert, umfangreich waren die Spekulationen, jetzt ist es amtlich: Jaime Alguersuari geht mit der Scuderia Toro Rosso in seine erste volle Formel-1-Saison. Der junge Spanier ersetzte 2009 ab dem Ungarn den erfolglosen Franzosen Sebastien Bourdais und wurde damit zum jüngsten GP-Teilnehmer aller Zeiten.
Am Freitag bestätigte das Team nun, dass Alguersuari auch 2010 Teamkollege von Sebastien Buemi sein wird. “Angesichts der Tatsache, dass er sein Debüt erst mitten in der Saison beim Ungarn GP gegeben hat – und das ohne Testfahrten -, hat er sich gut geschlagen, machte kontinuierliche Fortschritte in der zweiten Saisonhälfte und zeigte eine reife Herangehensweise, immerhin ist er erst 19 Jahre alt”, begründete Teamchef Franz Tost die Vertragsverlängerung mit dem Red Bull Junior.
In diesem Jahr gilt es aber für Alguersuari. “Ihm steht erneut eine steile Lernkurve bevor, da die Strecken im ersten Saisonteil neu für ihn sein werden”, betont Tost. “Jaimes Verlängerung bestätigt die Entschlossenheit des Teams, Absolventen des Red Bull Nachwuchsprogramms einzusetzen.”
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