Toyota kommt nicht zurück

Zu wenig Fannähe

 

Nach acht Jahren verabschiedete sich Toyota Ende 2009 aus der Formel 1. Wenn es nach dem ehemaligen Teamchef Tadashi Yamashina geht, kehrt der japanische Hersteller so schnell nicht zurück. “Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Formel 1 und den Toyota-Käufern”, sagte Yamashina gegenüber Automotive News. Die F1 sei weiterhin die Königsklasse des Automobilsports, aber ihr Image sei zu elitär.

Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring können die Fans in die Boxengasse und die Autos berühren. “Sie können die Atmosphäre aufsaugen und Teil des Events sein”, so Yamashina. “In der Formel 1 hat ein durchschnittlicher Fan keine Hoffnung darauf, einmal durch den Paddock zu laufen.” Die besten Rennen seien jene, bei denen die Fans nah herankommen. Am kommenden Wochenende sollen Vertreter von Toyota bei der WTCC in Monza zu Gast sein, um über einen möglichen Einstieg zu sprechen.

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Glock Bester unter den Neuen

Lotus geschlagen

 

Timo Glock mussten in den letzten Wochen einen Tiefschlag nach dem anderen wegstecken. Mal flog sein Frontflügel weg, mal war es ein Vorderrad und zwischendrin fuhr sein Auto keinen müden Meter. Als es im Qualifying drauf ankam, war Glocks Virgin jedoch willig und bescherte ihm den besten Platz unter den Neueinsteigern.

“Wir sind in Anführungszeichen nur 1,7 Sekunden von einem etablierten Team weg”, bilanzierte er. “Das hat mich etwas erstaunt, bei den Tests sah der Abstand größer aus. Ich bin also zufrieden. Wir sind das Beste der neuen Teams.”

Klar sei die Situation anders als im letzten Jahr, räumt Glock ein. “Damals habe ich mit Toyota in der ersten Startreihe gestanden und bin als Führender in die erste Kurve abgebogen. Das wird dieses Jahr auf keinen Fall möglich sein.”

Aufholjagd

 

Trotzdem sei es eine spannende Aufgabe, an der er viel Spaß habe. “Natürlich ist es hart, wenn man mehr in den Rückspiegel schauen muss, weil die Topteams einen deutlichen Überschuss haben. Aber wer geglaubt hat, dass wir hierher kommen und nur eine Sekunde zurückliegen, der lag falsch – dann wäre die F1 nicht, was sie ist. Das ist unmöglich.”

Für die nächste Zeit hofft er auf große Entwicklungssprünge durch die CFD-Forschung seines Technikchefs Nick Wirth. “Jeder hat uns ausgelacht, gesagt, nur mit CFD zu arbeiten funktioniert nie. Aber das Auto ist fahrbar und funktioniert”, betont Glock. “Andererseits haben wir nicht die Kapazitäten von Toyota. Das wird sich in Zukunft ändern. Dafür sind wir gut aufgestellt.”

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Stefan GP

Bundeswehr dementiert AMCO-Lieferungen

 

Stefan GP ist derzeit in aller Munde. Das Team von Zoran Stefanovic wollte 2010 den Platz von USF1 übernehmen, wurde von der FIA aber nicht zugelassen. Wie der Express berichtet, gibt es Zweifel an der Seriosität von Stefanovics Belgrader Maschinenbau-Unternehmen AMCO, das in der Weltraum und Rüstungstechnik tätig ist.

“Auf deren Internetseite wird behauptet, Teile für die Rakete Ariane 5 und Flug-Drohnen der Bundeswehr entwickelt zu haben”, schreibt die Zeitung. “Der als Retter der im November aufgegebenen Formel-1-Aktivitäten vorgestellte Zoran Stefanovic ist ein Hochstapler.”

Die Begründung liefert ein Sprecher des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung: “Nach Rücksprache mit den Systemherstellern der Drohnen KZO und LUNA können wir bestätigen, dass in den Systemen der Bundeswehr weder Antriebe noch sonstige Technologien der serbischen Firma AMCO eingesetzt werden.”

Auch zwei deutsche Wehrtechnikunternehmen meldeten sich zu Wort und meinten, AMCO in ihrer Branche überhaupt nicht zu kennen. Sie wollen gegen die Firma vorgehen. Stefan GP droht zudem Ärger, weil die Autos bei Toyota Motorsport noch nicht bezahlt sind, Mitarbeiter auf Gehalt und Zulieferer auf Bezahlung von offenen Rechnungen warten.

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Aus für das USF1 Team

Ausstieg vor dem Einstieg

 

Vor fast genau einem Jahr präsentierten Ken Anderson und Peter Windsor im amerikanischen Fernsehen ihren Traum in Stars and Stripes: USF1. Kurz vor dem Beginn der Saison 2010, die das Debüt des US-Teams erleben sollte, scheint das endgültige Aus besiegelt zu sein: USF1 soll seinen Mitarbeitern mitgeteilt haben, dass sie nicht mehr benötigt werden, da das Team geschlossen wird.

Produktionsmanager Dave Skog soll laut Autosport kurz vor der Mittagszeit die verbliebenen Mitarbeiter über das Ende informiert haben. Für die kommende Zeit seien sie unbezahlt beurlaubt, technisch blieben sie jedoch Angestellte des Rennstalls. Windsor und Anderson sollen während der Bekanntgabe nicht in der Fabrik zugegen gewesen sein. Eine offizielle Bestätigung seitens des Teams steht noch aus.

Kein Aufschub

 

USF1 hatte im letzten Jahr den Einstieg in die Formel 1 angekündigt, selbst ohne eine Budgetgrenze, die danach neue Teams wie Manor GP (heute Virgin Racing) und Lotus anzog. Das amerikanische Team schaffte es jedoch nicht, trotz der angeblichen Unterstützung von YouTube-Gründer Chad Hurley, genügend Finanzen aufzutreiben, um die Produktion des Autos rechtzeitig bis zum Saisonstart Mitte März 2010 fertig zu stellen. Eine Inspektion des Technischen Delegierten der FIA, Charlie Whiting, in der vergangenen Woche ergab, dass das Team nicht dazu in der Lage sei, ein F1-Auto für diese Saison zu bauen.

Zuletzt hatte USF1 zunächst darum gebeten, die ersten vier Saisonrennen auszulassen, danach soll man eine Verschiebung des Einstiegs um ein Jahr bis 2011 erbeten haben. Als kurzfristiger Ersatz bietet sich Stefan GP an. Der serbische Geschäftsmann Zoran Stefanovic kaufte die technischen Überreste des Toyota Teams und sicherte sich Unterstützung von Toyota Motorsport in Köln. Mit Kazuki Nakajima und Jacques Villeneuve stünden zwei Fahrer parat.

Stefan GP schickte bereits erstes Material per Seefracht nach Bahrain, hat allerdings noch keinen offiziellen Startplatz in der Königsklasse. Am Wochenende stellte das Team jegliche Kommunikation ein, um die Gespräche über ein Nachrücken nicht weiter zu gefährden.

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Hülkenberg

Cosworth stärker als Toyota

 

Fünf Teams haben sich im letzten Jahr dafür entschieden, in der Saison 2010 mit Cosworth-Motoren anzutreten. Neben den vier Neulingen gehört auch Williams dazu. Bislang waren nur Virgin – und das nicht sehr lange – und eben der Traditionsrennstall von Frank Williams mit dem neuen Cosworth V8 auf der Strecke im Testbetrieb unterwegs.

Nico Hülkenberg gefällt das Aggregat gut. “Ich bin sehr positiv überrascht”, gestand er. “Es gab keine Zuverlässigkeitsprobleme oder welche mit der Fahrbarkeit. Alles ist sehr gut.” Im Vergleich zum Toyota-Motor, den Williams letztes Jahr nutzte, sieht Hülkenberg sogar eine Verbesserung. “Er fühlt sich besser an, ist stärker. Das kann ich fühlen.”

Viel Verbesserungsspielraum

 

Angesichts des kompakten Testkalenders würde sich der Deutsche natürlich ein paar mehr Testtage zur Vorbereitung auf sein GP-Debüt wünschen. “Aber das Team hat 15 Testtage, das ist schon was.” Als Fahrer steht ihm nur die Hälfte zur Verfügung, da die restlichen Tage sein Teamkollege Rubens Barrichello im Auto sitzt. Aber für Systemchecks und Tests ist durchaus genügend Zeit.

“Wenn man einem Formel-1-Team mehr Testfahrten anbietet, nimmt es die natürlich”, weiß Hülkenberg. “Ich fange gerade erst in der Formel 1 an, ich kann mich also auf jedem Gebiet verbessern. Es geht nur darum, mehr Erfahrung zu sammeln und jeden Tag mehr Eindrücke von anderen Fahrern und Teamkollegen mitzunehmen. Es gibt noch viel Verbesserungsspielraum.”

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